Steuerpaxis
Leitete Schneider-Ammann in Luxemburg eine Briefkastenfirma?

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann gerät noch tiefer in die Kritik. Als VR-Präsident der Ammann-Gruppe soll er in Luxemburg 230 Millionen Franken über eine Offshore-Gesellschaft gebunkert haben – steuerfrei.

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Johann Schneider-Ammann.

Johann Schneider-Ammann.

Keystone

Erst vergangene Woche hatte die «Rundschau» über die Kniffe zur Steueroptimierung berichtet, die Ammann in seiner Zeit als Kapitän des Langenthaler-Industriekonzerns angewendet hatte.

Nun bringt der «Tagesanzeiger» weitere Details ans Tageslicht. Schneider-Ammann sass zwischen 1992 und 2007 im Verwaltungsrat der Manilux S.A. Holding in Luxemburg. Diese funktionierte gewissermassen als Privatbank für die Ammann-Gruppe. Rund 230 Millionen Franken wurden über das Offshore-Konstrukt gebunkert, heisst es. Steuern wurden darauf keine ausgewiesen.

Verwaltung in der Schweiz?

Die Frage ist nun, ob es sich bei Manilux um eine reguläres Unternehmen der Gruppe handelt oder diese quasi als «Briefkastenfirma» diente. Eine Überprüfung im Auftrag des Tagesanzeiges weist darauf hin, dass Manilux in Luxemburg weder Büroräumlichkeiten noch Personal unterhalten hat.

Damit wäre das Geld von der Schweiz aus verwaltet worden und zumindest zum Teil auch hier zu versteuern gewesen.

Manilux wurde 2007 aufgelöst und das Geld an eine weitere Offshore-Gesellschaft auf Jersey verschoben. Die Berner Steuerbehörden wollen den Fall nun überprüfen. (cze)