Leibwächter, 30 Pferde und 200 Schönheiten für Gaddafi

Muammar Gaddafi ist in Italien eingetroffen. Der libysche Staatschef hat 30 Pferde aus seiner Heimat mitgenommen. Anlass des Besuchs ist das zweijährige Jubiläum des Freundschaftsvertrags mit Italien - aber es sollen auch wieder rund 200 italienische Models auf Gaddafi warten.

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Gaddafi in Italien

Gaddafi in Italien

Keystone

Die Pferde sollen am Montag gemeinsam mit einer Reiterstaffel der Carabinieri eine Parade abhalten. Weniger klar ist, was es mit rund 200 jungen Italienerinnen auf sich hat, die einem Bericht der Nachrichtenagentur ANSA zufolge bereits mit dem Bus zu einem libyschen Anwesen nahe der Botschafterresidenz gebracht worden sind, in der Gaddafi logiert.

Bereits der zweite «Model-Anlass»

Bei seinem Besuch im November hatte Gaddafi 200 Models eingeladen. Die jungen Italienerinnen erwartete damals aber nicht das erhoffte Gala-Dinner, sondern eine 45-minütige Lektion Gaddafis über den Islam. In seinem Vortrag über Frauenrechte und Religion ermutigte er die Damen zum Übertritt zum Islam.

Die Frauen waren für eine Gage von 50 Euro über eine Model-Agentur gebucht gewesen. Ob den 200 jungen Frauen am Sonntag ein ähnliches Programm bevorstand, war zunächst unklar.

Vierter Italien-Besuch innert 14 Monaten

Mit seinem Besuch wollte Gaddafi den zweiten Jahrestag des mit Italien unterzeichneten Freundschaftsvertrags feiern. In dem Vertrag spricht die frühere Kolonialmacht dem südlichen Nachbarn eine Entschädigung von fünf Milliarden Dollar für die 30 Jahre währende Besatzungszeit zu. Die frühere Kolonialmacht Italien trat Libyen formal 1947 ab. Danach verwaltete die UNO das Land. 1952 wurde Libyen in die Unabhängigkeit entlassen.

Es ist bereits Gaddafis vierte Reise zu der früheren Kolonialmacht binnen kurzer Zeit. Im Juni 2009 hatte Gaddafi Italien erstmals besucht und dabei den Beginn einer neuen Ära zwischen beiden Ländern ausgerufen. Die libysch-italienischen Beziehungen haben sich in jüngster Zeit stetig verbessert. Besonders eng sind die Verflechtungen in der Wirtschaft, und hier vor allem im Energiesektor

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