Volksabstimmung

Lehrerverband stellt sich gegen Pädophilen-Initiative

Schiesst die Pädophilien-Initiative über das Ziel hinaus?

Schiesst die Pädophilien-Initiative über das Ziel hinaus?

Der Dachverband der Lehrer und Lehrerinnen lehnt die Pädophilen-Initiative ab. Er befürchtet dass aus einer Jugendliebe ein lebenslängliches Berufsverbot werden könnte.

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) stellt sich gegen die Pädophilen-Initiative, über die am 18. Mai abgestimmt wird. Diese sei unnötig, unverhältnismässig und lückenhaft, urteilt der LCH.

Pädokriminelle Lehrpersonen erhielten schon heute ein Berufsverbot, indem sie auf der schwarzen Liste der Erziehungsdirektion aufgeführt würden, schreibt der LCH am Mittwoch in einer Medienmitteilung. Die Initiative bringe hier keinen zusätzlichen Schutz.

Die Pädophilen-Initiative würde nach Ansicht des LCH nur neue Probleme bei der Umsetzung schaffen. Der LCH sei besorgt über eine mögliche Annahme der Initiative, heisst es im Communiqué. Die Initiative würde gemäss LCH zu schwierigen Situationen an Schulen und unverhältnismässigen Massnahmen gegenüber Teenagern führen.

Der LCH befürchtet konkret, dass bei einer Annahme der Initiative die Lehrpersonen ihre jugendlichen Schülerinnen und Schüler vor "Jugendlieben" mit einem knapp Volljährigen schützen müssten. Wenn beispielsweise ein 18-jähriger Gymnasiast mit einer 15-jährigen Schülerin einen einvernehmlichen sexuellen Kontakt hat, riskiere der 18-Jährige ein lebenslängliches Berufsverbot mit Kindern, was völlig unverhältnismässig sei, schreibt der LCH.

Die von der Organisation Marche Blanche lancierte Pädophilen-Initiative verlangt ein lebenslanges Berufs- und Tätigkeitsverbot mit Kindern und Abhängigen für vorbestrafte Pädosexuelle. Laut der ersten SRG-Trendumfrage erhält die Initiative in der Bevölkerung grosse Zustimmung: 74 Prozent der Befragten sprachen sich für die Initiative aus. (sda)

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