Forderungen
Lehrer wollen mehr Lohn und weniger Arbeit

Dem Kanton Aargau gehen die Lehrer aus. Zu viele Pflichtstunden und ein zu schlechter Anfangslohn sind für den den Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (ALV) die Ursachen. Er verlangt jetzt, dass das korrigiert wird.

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Lehrer

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Aargauer Zeitung

An der Medienkonferenz vom Mittwochmorgen war die Stossrichtung klar: Jetzt braucht es entschlossenes Handeln. Die Arbeitsunzufriedenheit sei im Aargau «schweizweit am grössten», erklärte ALV-Präsident Nick Städeli. Der Mangel an Lehrpersonen nehme «bedrohliche Ausmasse an». Nur halb so viele Junglehrer seien in Ausbildung wie es tatsächlich bräuchte, so Städeli.

Hauptgründe seien die hohe Arbeitsbelastung und der sehr tiefe Einstiegslohn. Der Kanton Zürich zahlt einem Junglehrer auf der Primarstufe einen Einstiegslohn von 90000 Franken, im Aargau sind es nur 75000 Franken.
Der ALV fordert daher einen höheren Anfangslohn. Er soll vermehrt junge Lehrerinnen und Lehrer motivieren, im Aargau zu unterrichten und nicht nach der Ausbildung eine Stelle in einem anderen Kanton anzutreten.

Der Lehrberuf soll aber auch für gestandene Berufspersonen attraktiver werden. Diese soll beispielsweise mit einer verlässlichen Formulierung des Berufsauftrags gewährleistet werden. Und wie bereits schweizweit vor einigen Wochen gefordert wurde, wollen die Lehrer die Anzahl Pflichtstunden gesenkt sehen.

Department sieht ebenfalls Handlungsbedarf

Auch das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) und der Regierungsrat sehen den Handlungsbedarf. Seit letzten Herbst laufen verschiedenste Projekte, um den Beruf zu «stärken und attraktiver zu machen», sagt Irène Richner-Schellenberg, Medienverantwortliche BKS.

Dazu gehören die Initiative zur «Stärkung der Volksschule Aargau» oder die «Überprüfung des Lehrerlohn-Dekrets». «Dabei werden das veränderte Berufsbild und die gestiegenen Anforderungen überprüft und allenfalls eine Lohnanpassung vorgenommen», erklärt Richner-Schellenberg. Die beiden Projekte werden voraussichtlich im Sommer in die Vernehmlassung kommen.

Nicht einverstanden ist das BKS dagegen mit der Forderung nach einer geringeren Anzahl Pflichtstunden. «Wir können mit anderen Massnahmen eine Entlastung der Lehrpersonen erwirken», sagt Richner-Schellenberg. «Zudem wäre diese Massnahme mit enormen Kosten verbunden, die kaum finanzierbar wären.»

Der Kanton Aargau zahlt laut Richner-Schellenberg auch nicht die tiefsten Anfangslöhne. Gemäss eigener Erhebung, bei der die tatsächlich ausbezahlten Anfangslöhne betrachtet wurden, liege der Aargau im Vergleich mit den angrenzenden Kantonen im Durchschnitt. (skh)