Italien

Lega Nord fordert separate U-Bahn-Wagen nur für Mailänder

Metro-Station vor dem Dom in Mailand

Metro-Station vor dem Dom in Mailand

Ein Abgeordneter der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord hat in Italien für einen Eklat gesorgt: Der Parlamentarier Matteo Salvini forderte die Verkehrsbetriebe in Mailand auf, U-Bahn-Züge ausschliesslich für Mailänder einzuführen.

Ausserdem verlangte er getrennte Wagen für Frauen, damit diese nicht von Ausländern belästigt werden. "Ich habe an die Nahverkehrsgesellschaft geschrieben, damit die ersten zwei Wagen der U-Bahnen für Frauen reserviert werden, die sich wegen der Ungezogenheit vieler Ausländer nicht sicher fühlen", sagte Salvini.

"Wenn es so weitergeht, werden wir Sitzplätze nur für Mailänder verlangen müssen, die eine Minderheit sind und dementsprechend geschützt werden müssen", ergänzte der Fraktionschef der Lega Nord im Mailänder Stadtrat.

Die Provokation des 35-Jährigen sorgte bei der Opposition für Empörung: Oppositionschef Dario Franceschini warnte, dass die Regierungskoalition des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi mit ihrer strengen Migrationspolitik rassistische Gesetze wie in den Zeiten des faschistischen Regimes einführen wolle.

Die Mitte-Links-Opposition kritisiert insbesondere ein Sicherheitspaket der Mitte-Rechts-Regierung zur Bekämpfung der illegalen Immigration und der Kriminalität. Dazu ist am kommenden Dienstag in der Abgeordnetenkammer eine Vertrauensabstimmung geplant.

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