Die Rivalität zwischen der «Neuen Zürcher Zeitung» und dem «Tages-Anzeiger» mündet regelmässig in gegenseitigen Sticheleien. Heute war der «Tagi» an der Reihe: In einem Porträt über den neuen NZZ-CEO Veit Dengler schreibt die Zeitung, die Kommunikationsabteilung der Mediengruppe habe nach der Ernennung Denglers einen Lebenslauf verbreitet, der dessen journalistische Verdienste allzu pompös erscheinen lasse.

So heisst es in Denglers CV, er sei von 1986 bis 1990 als «Reporter, Time Inc., für Osteuropa Wien/New York» tätig gewesen. Vor der NZZ-Belegschaft soll er laut «Tagi»  gesagt haben, er habe persönlich an Titelgeschichten für das renommierte amerikanische Wochenblatt mitgearbeitet.

Der «Tages-Anzeiger» hält dies für übertrieben: «Dengler war zu Amtsantritt als Osteuropareporter bei Time Inc. im Jahr 1986 gerade mal 17 Jahre alt. Sein journalistischer Hintergrund beschränkt sich also auf eine Assistenz des Osteuropakorrespondenten als Studentenjob und ein fünfmonatiges Stage im Hauptsitz des Magazins in New York.»

NZZ dementiert

In einem zentralen Punkt dementiert die NZZ-Medienstelle den Artikel des Konkurrenzblattes: Anders als im «Tagi»-Artikel insinuiert, sei Denglers Name im Lauf der Jahre mehrmals im «Time Magazine» erschienen, schreibt Sprecherin Bettina Schibli. Und: «Das CV von Herrn Dengler ist nicht geschönt. Er hat immer betont, dass der Journalismus eine Jugendliebe war, er aber hauptsächlich als Manager gearbeitet hat.»

(NCH)