Lawinenunglück

Lawinenniedergang auf Skipiste bei Andermatt: Suche nach möglichen Verschütteten abgeschlossen

Blick auf die verschüttete Piste.

Blick auf die verschüttete Piste.

Auf einer Skipiste im Gebiet Oberalppass hat sich am Donnerstagmorgen eine Lawine gelöst. Es konnten sechs Personen geborgen werden. Die Suche wurde am Abend abgeschlossen.

Der ganze Lawinenkegel, der 60 x 300 Meter mass, konnte durchsucht und um etwa 18.15 Uhr die Suche nach Vermissten abgeschlossen werden. Das teilte die Kantonspolizei Uri am Donnerstagabend mit.

Insgesamt wurden sechs Personen geborgen, davon zwei leicht Verletzte, die mit der Rega ins Kantonsspital Uri geflogen wurden. Eine davon konnte das Spital bereits wieder verlassen. Vier Personen blieben unverletzt. Bei den Involvierten handelt es sich um Schweizer Bürger. Die Lawine hatte sich am Donnerstagvormittag um zirka 10.47 Uhr gelöst. Sie verschüttete die markierte Skipiste, die vom Schneehüenerstock zum Oberalppass führt.

Ursache noch unklar

Kommandant Reto Pfister an der Medienkonferenz

Kommandant Reto Pfister an der Medienkonferenz

Wie es zum Lawinenniedergang gekommen ist, sei noch unklar. «Es ist noch zu früh, etwas zu sagen», sagte Kommandant und Einsatzleiter Reto Pfister an der Medienkonferenz vom Donnerstagnachmittag. Die Ermittlungen laufen. Ein Ermittlungsverfahren läuft zurzeit auf polizeilicher Basis, die Staatsanwaltschaft sei informiert, jedoch noch nicht tätig geworden. Denn noch könne nicht abgeschätzt werden, ob die Lawine etwa durch einen Skifahrer ausgelöst worden ist. Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung gilt für die Region Andermatt momentan die Gefahrenstufe 3 «erheblich». In den vergangenen Tagen hat es im Gebiet viel Neuschnee gegeben.

Hier filmt ein Skifahrer aus der Gondelbahn, wie sich die Lawine löst:

Dieses Leserreporter-Video zeigt, wie nach den Verschütteten gesucht wird:

Im Einsatz standen die Rettungsstationen Andermatt und Sedrun der Alpinen Rettung Schweiz mit fünf Lawinensuchhunden, der Pistenrettungsdienst der Skiarena Andermatt-Sedrun, die Rega mit drei Helikoptern, ein ziviles Helikopterunternehmen, der Rettungdienst Uri, das Care Team Uri, rund 25 Skifahrerinnen und Skifahrer und die Kantonspolizei Uri.

Für die Angehörigen war eine Hotline eingerichtet worden, die mittlerweile wieder abgeschaltet wurde. Sie nahm heute rund 30 Anrufe entgegen, wie die Kantonspolizei Uri schreibt. Telefonisch kann die Kantonspolizei Uri über die Nummer 041 875 53 53 erreicht werden.

Lawinensuchgeräten und Suchhunde im Einsatz

Pistenchef Carlo Danioth

Pistenchef Carlo Danioth

Nach dem Lawinenniedergang sei die Piste sofort gesperrt worden. Carlo Danioth hatte als Unfallplatzkommandant zu klären, ob die Situation für die Suchenden zumutbar war – denn die Gefahr einer Nachlawine konnte nicht ganz ausgeschlossen werden. Gesucht wurde zum einen mit Lawinensuchgeräten, allerdings sind solche bei Pistenskifahrern nicht üblich. Eingesetzt wurden auch spezielle Geräte, welche auf elektronische Geräte wie Natels reagieren. Zudem wurden Suchhunde eingesetzt. Die Rettungskräfte begannen zu sondieren. In der dritten Phase wurde schliesslich der Schnee mit Pistenfahrzeugen abgetragen.

Bei der Lawine handelte es sich laut Danioth um eine Gleitschneelawine. Bei dieser spielt Bodenwärme eine Rolle, die durch den liegenden Schnee isoliert werde, wie Danioth erklärt.

Lawine verschüttet mehrere Personen

Lawine verschüttet mehrere Personen

Schock für neuen CEO

Erst seit Kurzem ist Rainer Flaig neuer CEO der Skiarena Andermatt-Sedrun. «So ein Ereignis schmerzt», sagte Flaig. «Es ist sehr wichtig, dass meine Leute ihren Job machen.» Es gelte nun, gewisse Sicherheitspunkte zu überprüfen. Es sei eine Naturpiste, die gewissen klimatischen Verhältnissen ausgesetzt sei. Entsprechend schwierig sei es, zu prognostizieren. «Es ist selbstverständlich unser Job, für sichere Pisten zu sorgen. Das werden wir auch weiter machen. Entsprechend gehen wir nicht einfach in den Tagesbetrieb über», so Flaig. Die entsprechende Piste bleibt morgen Freitag sicher noch geschlossen.

Snowboarder löst Lawine am Piz Nair aus

Auch am Piz Nair bei St. Moritz GR ist am Stephanstag eine Lawine niedergegangen. Ein 36-jähriger Snowboarder, der zu einer Vierergruppe gehörte, hat sie ausgelöst. Die Wintersportler waren ausserhalb der markierten und gesicherten Pisten unterwegs. Der 36-Jährige wurde rund 400 Meter von den Schneemassen mitgerissen. Später flog ihn die Rega ins Spital nach Chur.

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