Justiz

Lausanner Polizist setzt Mann nachts am Stadtrand aus

Ein Polizist in Lausanne (Symbolbild)

Ein Polizist in Lausanne (Symbolbild)

Erneut wird der Lausanner Polizei Amtsmissbrauch vorgeworfen: Ein Polizeibeamter muss sich im Februar vor Gericht verantworten, weil er mitten in der Nacht einen Verdächtigen am Stadtrand Lausannes ausgesetzt haben soll.

Der Fall ereignete sich am 8. Februar 2010 gegen 2.15 Uhr in der Früh. Ein Polizeisprecher bestätigte einen Bericht der Waadtländer Tageszeitung "24 Heures" vom Mittwoch. Der englischsprachige Mann hatte die Flucht ergriffen, als er die Polizei entdeckte.

Dieser gelang es, den Mann zu stoppen und auf den Polizeiposten zu bringen. Dort durchsuchte man ihn, etwas Verdächtiges wurde jedoch nicht gefunden. Als ihn ein Polizist nach dem Grund seiner Flucht fragte, antwortete der Mann lächelnd, er würde halt gerne rennen.

Der Polizeibeamte soll erwidert haben, er werde ihn in eine Umgebung bringen, wo er sich seinem Sport widmen könne. Daraufhin brachte er den Mann an den nördlichen Stadtrand Lausannes, der an einen Wald grenzt. Gegen 3 Uhr wählte der Mann, der sich komplett verirrt hatte, schliesslich den Notruf 117.

Er ist nicht der erste Fall dieser Art. 2006 beschuldigte ein junger Mann aus Eritrea die Polizei, ihn ebenfalls am Stadtrand in der Nacht ausgesetzt zu haben. Zudem warf er einem Polizisten vor, ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht zu haben. Fünf Polizisten mussten sich im Dezember 2010 deswegen vor Gericht verantworten. Alle fünf wurden freigesprochen.

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