Asylzentrum
Laupersdörfer Bürger sagen Nein zum Asylzentrum Hellchöpfli

Der Entscheid der Bürgergemeindeversammlung Laupersdorf von am Montagabend fiel sehr deutlich aus: Sie wollen die Strasse zum Hellchöpfli nicht freigeben. Somit kann dort oben kein Asylzentrum realisiert werden.

Alois Winiger
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Das entscheidende Stück: Die Strasse zum Hellchöpfli oberhalb Laupersdorf. HR. Aeschbacher

Das entscheidende Stück: Die Strasse zum Hellchöpfli oberhalb Laupersdorf. HR. Aeschbacher

371 Personen wohnen derzeit in Laupersdorf, die dort als Stimmberechtigte der Bürgergemeinde eingetragen sind. Davon kamen gestern Montagabend deren 119 in den Pfarreisaal im Gemeindezentrum. Der Bürgerrat hatte beantragt, einer Nutzungsvereinbarung für die Strasse zuzustimmen. 39 Personen waren derselben Meinung, 79 Personen sprachen sich gegen den Antrag des Bürgerrats aus, ein Person enthielt sich der Stimme.

Und diese ablehnende Haltung wurde mit sehr starkem Applaus und mit Bravorufen quittiert. Wobei dieser Beifall grossteils von den hinteren Reihen im Saal stammte. Dort hatten nicht stimmberechtigte Personen beziehungsweise Zuschauerinnen und Zuschauer Platz nehmen können.

Der Eingang zur ehemaligen Bloodhound-Flab-Stellung auf dem Hellchöpfli bei Rumisberg
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Asylzentrum auf dem Hellchöpfli bei Laupersdorf
Die Anlage ist nur über Laupersdorf im Kanton Solothurn erschlossen
Dort oben auf dem Jurakamm, zwischen Schengimatt und Rüttelhorn: Das Hellchöpfli im Schneetreiben
Die Armeeanlage befindet sich abgelegen auf dem Hellchöpfli in 1200 Meter Höhe.

Der Eingang zur ehemaligen Bloodhound-Flab-Stellung auf dem Hellchöpfli bei Rumisberg

André Albrecht

Der Bürgerrat hatte sich alle Mühe gegeben, die Angelegenheit so sachlich wie möglich noch einmal darzustellen. Dies durch Edgar Kupper, Präsident der Bürgergemeinde Laupersdorf, Thomas Schwaller, Präsident der Einwohnergemeinde, ja sogar Regierungsrat Peter Gomm und Claudia Hänzi, Leiterin Sozialmanagement beim Kanton Solothurn, und Iris Rivas, Leiterin Migration beim Kanton Bern, waren angereist und erläuterten ihre Sicht der Dinge.

Die Leute im gefüllten Saal hörten zwar recht brav zu, doch es schien, dass sie ihre Meinung gemacht hatten. Bei der Fragerunde wurden zwar Fragen gestellt und auch beantwortet. Doch in erster Linie wurde die Gelegenheit genutzt, dem Ärger Luft zu machen. Schliesslich musste Edgar Kupper die Diskussion beenden und zur Abstimmung schreiten. Ein Antrag auf eine geheime Abstimmung wurde relativ knapp abgelehnt. 21 Personen waren dafür, gebraucht hätte es 24 Ja-Stimmen.