Image im Ausland

Lauber-Affäre und hohe Todeszahlen dominierten Medienberichte über die Schweiz

Trotz hoher Coronafallzahlen beschloss die Schweiz moderate Schutzmassnahmen. Das sorgte im Ausland für Kritik. Im Bild: Touristen am Jungfraujoch im November 2020.

Trotz hoher Coronafallzahlen beschloss die Schweiz moderate Schutzmassnahmen. Das sorgte im Ausland für Kritik. Im Bild: Touristen am Jungfraujoch im November 2020.

Die Schweiz stand 2020 in ausländischen Medien weniger im Fokus. Dennoch fanden die Ereignisse um die Bundesanwaltschaft sowie der Umgang mit Corona auch im Ausland Beachtung.

Das Image der Schweiz im Ausland sei weiterhin gut und stabil. So lautet das Fazit von Präsenz Schweiz, der Abteilung für Landeskommunikation beim Aussendepartement EDA. Demnach bewertete die ausländische Bevölkerung von 20 Ländern insbesondere die Regierungsführung und die Standort- und Lebensqualität der Schweiz sehr hoch.

Da die Medien im Rahmen der Coronapandemie vermehrt über ihr eigenes Land berichteten, sei die ausländische Berichterstattung über die Schweiz im Jahr 2020 weniger ausgeprägt gewesen, heisst es in der Mitteilung des EDA. Doch es gab auch Themen, die ein besonders hohes Medienecho auslösten, etwa die Ereignisse um den ehemaligen Bundesanwalt Michael Lauber.

Dazu zählen die Verjährung des sogenannten Sommermärchen-Prozesses um die Fussballweltmeisterschaft 2006 und die unprotokollierten Treffen zwischen Michael Lauber und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Die ausländischen Medien hätten in diesem Zusammenhang sowohl die Bundesanwaltschaft und die Schweizer Justiz als Ganzes teilweise «sehr kritisch» kommentiert, heisst es.

Wirtschaftliche Interessen vor der Gesundheit

Darüber hinaus stand, wenig überraschend, auch die Coronapandemie in Fokus der ausländischen Berichterstattung mit Bezug zur Schweiz. Hierbei zeigt sich ein Unterschied zwischen den Berichten während der ersten der zweiten Coronawelle.

So sei im Frühling der Ton der ausländischen Medien noch «überwiegend positiv» gewesen. Vor allem die Effizienz und Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Unterstützungsmassnahmen wurden gelobt, wie das Aussendepartement schreibt.

Im Laufe der zweiten Welle fiel die Berichterstattung dagegen «deutlich kritischer» aus. Die Medien in den Nachbarländern und Grossbritannien wunderten sich laut dem EDA-Bericht über die verhältnismässig lockeren Massnahmen der Schweiz bei gleichzeitig hohen Fall- und Todeszahlen. Dabei sei teilweise kritisiert worden, dass die Schweiz wirtschaftliche Interessen über die Gesundheit stelle.

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