Protest in Bern

Lastwagenfahrer wollen keine 60-Stunden-Woche

Protest gegen Erhöhung der Höchstarbeitszeit in Bern

Protest gegen Erhöhung der Höchstarbeitszeit in Bern

Rund 60 Lastwagenfahrer und einige Gewerkschafter haben auf dem Bundesplatz in Bern gegen eine Erhöhung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 56 auf 60 Stunden vorsorglich protestiert. Die Schweiz dürfe die EU-Regelung nicht übernehmen.

Die Gewerkschaft Unia wehrt sich gemeinsam mit der Gewerkschaft SEV, der Gewerkschaft Kommunikation (Postchauffeure) sowie der europäischen Transportgewerkschaft ETF gegen die Erhöhung der Arbeitszeit. Eine Delegation übergab ein Protestschreiben dem Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Wenn der Bundesrat demnächst über die Übernahme der in der EU geltenden Arbeits- und Ruhezeitverordnung entscheide, gehe es für die Schweizer Lastwagenchauffeure um viel. Bereits heute gehöre Übermüdung zu den häufigsten Unfallursachen im Strassentransport. Eine Erhöhung der Arbeitszeit gefährde die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und die Gesundheit der Chauffeure.

Auf europäischer Ebene laufe gar eine Diskussion über die Erhöhung der Höchstarbeitszeit für selbständige Chauffeure auf 86 Stunden pro Woche. Es gebe Bestrebungen, die Selbständigen aus den Arbeitszeit-Richtlinien auszugliedern, sagte Roland Schiesser, Branchenverantwortlicher Transport bei der Gewerkschaft Unia.

Mit den Betroffenen in Europa solidarisiere man sich. Ein Protestschreiben erhielt deshalb auch EU-Botschafter Michael Reiterer.

In einem anderen Punkt aber solle die Schweiz die europäische Regelung übernehmen, fordern Fahrer und Gewerkschaften. Die Haftungsregelung für Übertretungen der Arbeits- und Ruhezeitverordnung müsse von der EU übernommen werden.

Meistgesehen

Artboard 1