Turnhalle
Langes Leiden hat ein Ende

Darauf haben die Lotzwiler Vereine lange warten müssen. Im dritten Anlauf haben sich die Stimmbürger für die Schaffung eines Mehrzweckbaus entschieden. Die alte Turnhalle wird für 2,4 Millionen Franken saniert und umgebaut.

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Umbau Turnhalle

Umbau Turnhalle

Keystone

Walter Ryser

Die bereitgestellten Stühle im Saal des Restaurants Bären in Lotzwil reichten nicht aus. Zusätzliche Stühle mussten eilends herbeigeschafft werden, um allen anwesenden Stimmbürgern eine Sitzgelegenheit bieten zu können. Obwohl auf der Traktandenliste nur vier Geschäfte aufgeführt waren, fanden sich 144 Personen zur Einwohnergemeindeversammlung ein (9 Prozent der Stimmberechtigten).

Diskussion um den Standort

Sie interessierte vor allem, ob in Lotzwil endlich ein Mehrzweckbau realisiert wird. Bereits zweimal, 1996 und 2003, wurde ein entsprechendes Projekt abgelehnt. Nun gelangte der Gemeinderat erneut mit einer Vorlage an die Stimmbürger.

Abklärungen hätten ergeben, dass die alte, 1938 gebaute und mittlerweile stark sanierungsbedürftige Turnhalle im Dorf am besten für den Umbau zu einem Mehrzweckraum geeignet sei, erläuterte Gemeindepräsident Beat Luder das Umnutzungskonzept, das von der Volante Baurealisierungen, Langenthal, erstellt wurde.

Das Projekt sieht vor, den heutigen Eingangsbereich rollstuhlgängig und grosszügiger zu gestalten. Die Halle im Erdgeschoss wird mit einer mobilen Bühne ausgestattet und bietet bei Konzertbestuhlung 260 Personen Platz. Im Untergeschoss ist der Einbau einer Küche vorgesehen.

Die Halle im Untergeschoss bietet bei Konsumationsbestuhlung rund 200 Personen Platz. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf 2,4 Millionen Franken. Gemäss Luder gilt es dabei zu berücksichtigen, dass alleine 1,2 Millionen Franken für den normalen, aufgestauten Unterhalt nötig sind.

Bei der folgenden Diskussion war das Bedürfnis nach einem Mehrzweckraum für die Vereine unbestritten, nicht aber der Standort. Alt Gemeindepräsident Hermann Thomi plädierte dafür, das Projekt zurückzuziehen und einen Anbau bei der neuen Turnhalle zu prüfen, eine Variante, die bereits 1996 zur Diskussion stand.

Beat Luder konterte das Votum seines Vorgängers mit der Feststellung: «Ich frage mich bloss, weshalb man den Mehrzweckraum nicht bereits damals realisiert hat?» Die Frage beantwortete Luder gleich selber und wies darauf hin, dass das Land für den Anbau nicht der Gemeinde gehöre, sich nicht in der Bauzone befinde und die Schule damals gegen diese Variante gewesen sei.

Sanierung oder Neubau?

Daran dürfte sich nichts geändert haben, wie Schulleiter Urs Bürki bestätigte. Er wies darauf hin, dass die verschiedenen Vereinsanlässe wie Konzerte, Lottos, Theater oder eine Gewerbeausstellung die Halle immer wieder für den Schulsport

blockieren würden. Bürki konnte sich aber auch mit der Umnutzung der alten Turnhalle nicht anfreunden. Er forderte den Gemeinderat auf, den Bau einer Mehrzweckhalle zu prüfen. Diese Forderung wiederum wies Luder mit dem Hinweis auf unverhältnismässige Investitions- und Nachfolgekosten zurück. «Wir haben die Bedürfnisse der Vereine eingehend geprüft. Diese haben uns versichert, dass für sie das Projekt bei der alten Turnhalle vollauf genüge», entgegnete Beat Luder.

Dieser Meinung war auch die Mehrheit der Anwesenden, die mit 118 Ja- zu 9 Nein-Stimmen (bei einigen Enthaltungen) der Sanierung und Umnutzung der alten Turnhalle zustimmten. Ohne Diskussionen passierte die Jahresrechnung 2008, die mit einem Gewinn von 573 194 Franken abschliesst. Auch die Auflösung des Gemeindeverbandes ARA Lotzwil wurde diskussionslos gutgeheissen.