Die Langenthaler Connection um Johann Schneider-Ammann und Hans-Jürg Käser setzte sich für Corinne Schmidhauser ein. Dass eine Kampagne gegen sie im Gange ist, spürt FDP-Nationalrätin Christa Markwalder sehr genau. «Man schiebt die Europapolitik als Argument gegen mich vor», sagt sie.

«Als Hauptgrund kommt mir aber zu Ohren: Es sei Eifersucht im Spiel, dass meine Karriere so ‹einfach und schnell› gegangen sei.» Wer die Drahtzieher sind, kann Markwalder nur vermuten. Insider sprechen gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» Klartext: Die Langenthaler Allianz um Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Regierungsrat Hans-Jürg Käser stecke dahinter. Sie sollen für die Ex-Skirennfahrerin und Grossrätin Corinne Schmidhauser als FDP-Ständerats-Kandidatin geweibelt haben.

Schmidhauser bestätigt, dass sie mit Schneider-Ammann gesprochen hat: «Selbstverständlich rede ich mit ihm. Zum Beispiel an den Feiern, als er in den Bundesrat gewählt wurde. Aber ich stehe hin als Ständerats-Kandidatin.» Käsers enger Draht zu Schmidhauser zeigt sich daran, dass er an der Delegiertenversammlung vom Mittwoch als ihr «politischer Götti» amtet. «Ja», sagt er. «Ich werde drei Minuten zur Kandidatur von Schmidhauser sprechen.» Käser betont: «Ich zog keine Fäden.» Er hält aber auch fest: «Mit Herisau hat sich die FDP in der Europa-Frage deutlich umpositioniert. Es ist es wichtig, dass wir das mit der Kandidatur Schmidhauser auch deutlich aufzeigen.»

Schneider-Ammann sagt gegenüber «Der Sonntag»: «Ich bestätige ein Gespräch mit dem Parteipräsidenten, von Lobbying kann keine Rede sein.» Markwalder selbst nimmt es gelassen: «Ich finde die Ausmarchung positiv. Das erhöht die Legitimation der Kandidatur.» Und ihr «politischer Götti» Christian Wasserfallen sagt: «Ich bin überzeugt, dass Christa Markwalder das Rennen machen wird. Sie ist eine qualitativ hervorragende und gut vernetzte Politikerin.»