Baselland
Lange Vorgeschichte, kurze Debatte

Nach Baselland hat nun auch der Stadtkanton den Projektierungskredit für den Neubau eines gemeinsamen Kompetenzzentrums für Geriatrie und Rehabilitation auf dem Bruderholz genehmigt. Ein Ende der siebenjährigen (Leidens-) Geschichte scheint nun absehbar zu sein.

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Geriatrie

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Loris Vernarelli

Für Philippe Macherel, Präsident der Gesundheits- und Sozialkommission (GSK), ist das Geschäft «ein bisschen wie Romeo und Julia». In den sieben Jahren, seit der Bau eines gemeinsamen Geriatriespitals von Basel-Stadt vorgeschlagen wurde, seien die Beteiligten in ein Wechselbad der Gefühle getaucht worden. Verrat, Misstrauen, banges Warten, Jubel, Glücksgefühle Hoffnung - das Theaterstück habe alle Emotionen enthalten.

Doch die Geschichte endete nicht wie bei Shakespeare in einer Tragödie. Die Grossrätinnen und Grossräte haben einstimmig dem 8,9-Millionen-Franken-Projektierungskredit für den Neubau eines gemeinsamen Kompetenzzentrums für Geriatrie und Rehabilitation auf dem Areal Bruderholz zugestimmt. In der Vorwoche hatte der Baselbieter Landrat seinerseits mit 64 Ja- gegen 13 Nein-Stimmen denselben Kredit gutgeheissen.

Basel-Stadt zieht nach

In den Voten der Parlamentarierinnen und Parlamentarier war eine gewisse Ungeduld spürbar. Irgendwie schien man froh zu sein, dieses Geschäft mit langer Vorgeschichte endlich ad acta legen zu können. Gesundheitsdirektor Carlo Conti brachte es schliesslich auf den Punkt: «Ich hoffe, dass es künftig keine Grundsatzdebatten zu Standort und Kompetenzen mehr geben wird.» Diese wird es wahrscheinlich auch nicht geben, weil Grosser Rat und Landrat den genau selben Beschluss verabschiedet haben. Basel-Stadt ist demnach dem Baselbieter Beispiel gefolgt und hat seinem Beschluss eine dritte Ziffer angehängt. Nicht ganz freiwillig, wie Philippe Macherel betonte.

In besagtem Passus hallt der Streit um den geplanten Life-Science-Neubau der Universität Basel nach. Der Landrat hat in seinem Beschluss verankert, dass bei der Auftragsvergabe Betriebe aus beiden Kantonen gleichwertig berücksichtigt werden sollen. Der GSK-Präsident machte deutlich, dass dieser Punkt unerwartet und im letzten Moment in den Baselbieter Beschluss integriert worden sei. «Baselland hat eigenständig und ohne mit uns Rücksprache zu nehmen gehandelt. Das ist nicht das, was ich mir unter einem partnerschaftlichen Geschäft vorstelle», kritisierte Macherel. Zudem sei der Inhalt des neuen Passus Unsinn, weil es völlig überflüssig sei festzuhalten, dass ein Gesetz gelten soll. Da jedoch eine zweite Lesung in eine weitere, unverantwortbare Zeitverschiebung münden würde, müsse das Parlament die Ziffer 3 übernehmen. Ein Argument, dem die Grossräte einstimmig folgten.

Baselland kam glimpflich davon

In der Debatte wurde der Passus kaum erwähnt. Nur wenige Fraktionssprecher konnten sich einen Seitenhieb auf den Nachbarkanton nicht verkneifen. So meinte Felix Eymann (DSP/EVP), dass seine Lieblingsvariante «Bethesda-Spital» im 2006 nur wegen des Baselbieter Chauvinismus nicht zum Handkuss gekommen sei. Für CVP-Grossrat Rolf von Aarburg hingegen wäre das Geriatriezentrum viel früher zustande gekommen, hätte der Landrat nicht unnötig für Verspätung gesorgt. Das war es allerdings schon mit der Kritik. Die anderen Fraktionen verspürten offenbar keine Lust, alte Wunden wieder aufzureissen.

Im Mittelpunkt der Voten stand eindeutig die Anbindung des neuen Kompetenzzentrums an das öffentliche Verkehrsnetz. Alle Redner waren sich einig, dass die aktuelle Erschliessung des Kantonsspitals Bruderholz durch den ÖV ungenügend ist. Und sie betrachten es als unabdingbar, dass für den Zeitpunkt der Eröffnung des Geriatriespitals im 2017 auch die Verbindungen aus dem Kanton Basel-Stadt zum Spitalkomplex auf dem Bruderholz erheblich verbessert werden müssen. «Das Zentrum muss direkt vom Bahnhof SBB erreichbar sein», betont Philippe Macherel. Denn ältere Patienten hätten meistens auch ältere Besucher, fügte Martina Saner (SP) an.

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