Lage in Moldawien nach blutigen Krawallen beruhigt

Chaos nach Unruhen in Moldawien

Chaos nach Unruhen in Moldawien

In der moldawischen Hauptstadt Chisinau haben wieder mehrere hundert Menschen gegen den Wahlsieg der regierenden Kommunisten demonstriert. Präsident Wladimir Woronin warf Rumänien eine Verwicklung in die gewalttätigen Proteste des Vortags vor.

Der Einfluss Rumäniens sei "sehr schwerwiegend", sagte Woronin laut der russischen Nachrichtenagentur RIA: Der rumänische Geheimdienst habe "konkret" an den Protesten mitgewirkt.

Die moldawische Regierung forderte den rumänischen Botschafter in Chisinau auf, innerhalb von 24 Stunden das Land zu verlassen. Rumänien wies die Vorwürfe empört zurück.

Den Demonstranten drohte Präsident Woronin mit Gewalt. Führenden Oppositionspolitikern drohte er mit einer Festnahme. Am Dienstag hatten Oppositionelle Parlament und Präsidentensitz in Chisinau gestürmt.

Zum dritten Tag in Folge gingen in der moldawischen Hauptstadt mehrere hundert Demonstranten auf die Strasse. Sie protestierten gegen die nach ihren Aussagen manipulierte Wahl vom Sonntag.

Woronins Kommunistische Partei war mit knapp 50 Prozent der Stimmen als klare Siegerin aus der Wahl hervorgegangen. Die Wahlleitung korrigierte das Endergebnis leicht. Danach kommt die regierende Partei der Kommunisten noch auf 60 und nicht auf 61 Sitze im Parlament.

Damit verschiebt sich das Kräfteverhältnis zugunsten der Opposition, die mit 41 Mandaten die anstehende Wahl eines neuen Staatschefs verhindern kann. Der 67-Jährige Voronin muss nach zwei Amtszeiten abtreten. Die Kommunisten hätten nur mit 61 Mandaten ohne Rücksicht auf die Opposition einen neuen Präsidenten wählen können.

Die USA und die Europäische Union appellierten an die Beteiligten, die Gewalt zu beenden. Das russische Aussenministerium erklärte, es hoffe, dass die Vernunft Oberhand behalte und die öffentliche Ordnung in den kommenden Tagen wiederhergestellt werde.

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