Kommentar

Länder, die eine Frau an der Spitze haben, seien besser durch die Coronakrise gekommen: Schwierigkeiten mit der Statistik

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bei einer Medienkonferenz. (Archivbild.)

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bei einer Medienkonferenz. (Archivbild.)

Länder, die eine Frau an der Spitze haben, sind besser durch die Coronakrise gekommen. Das Weltwirtschaftsforum WEF machte Ende vergangener Woche auf eine entsprechende Studie aufmerksam, die dies mittels Zahlenauswertungen belegen will.

Es sollte uns freuen, mit Simonetta Sommaruga hat die Schweiz doch auch eine Frau an der Spitze.

Die Frauen seien weniger risikofreudig als Männer, war eine mögliche Erklärung der Studienautorinnen. Nun will ich gar nicht bezweifeln, dass Frauen besser regieren können. Statistisch zu beweisen, ist es aber schwierig, wie die Studie auch zeigt.

Einerseits beeinflussten unzählige Faktoren, wie ein Land durch die Krise kam. Andererseits sind nur 19 von 194 Staaten in weiblicher Hand. Es sind oft progressivere und reichere Staaten mit einem guten Gesundheitssystem, etwa im Norden Europas (Deutschland, Dänemark, Norwegen, Finnland).

Sie hatten bessere Voraussetzungen als andere Länder.

Wie schwierig Statistik sein kann, zeigt meine eigene, leicht abstruse Statistik, die ich mir zurechtgebogen habe: Die USA und Grossbritannien haben oder hatten ihre Mühen mit der Pandemiebewältigung.

Beides sind Länder, die einen Mann mit rotblondem Haarschopf an der Spitze haben. Ist also alles eine Frage der Frisur?

Wie dem auch sei. Freuen wir uns, dass wir im Bundesrat – neben drei Frauen, davon eine an der Spitze – nur Glatzenträger und immer grauer werdende Männer haben.

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