Rechnung 2008
Kurzer Geldsegen für Laufenburg

Laufenburg kann dank aussergewöhnlichen Mehreinnahmen seinen Schuldenberg um 5 Millionen auf neu 10,5 Millionen Franken senken. Die Prognosen für die Zukunft sind dennoch düster. Es stehen hohe Investitionen an.

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Aargauer Zeitung

Susanne Hörth

«Einmalig und historisch, das wird so schnell nicht mehr eintreffen.» Mit diesen Worten umschreibt Ursula Jutzi, Frau Vizeammann von Laufenburg, den Rechnungsabschluss 2008 der Stadt. Das Strahlen in den Gesichtern von Ursula Jutzi und Florian Gertiser, Finanzverwalter von Laufenburg, verdeutlicht: Es handelt sich um einen aussergewöhnlich guten Abschluss. «Wir können Mehreinnahmen von 10,1 Millionen Franken verbuchen», erklärt denn auch Ursula Jutzi. «Mit diesem Ergebnis liegen wir 9,2 Millionen Franken über dem Budget.» Das überraschende und nicht budgetierbare Mehr

an Einnahmen widerspiegle hauptsächlich den allgemeinen Konjunkturaufschwung in den Basisjahren, sagt Finanzverwalter Gertiser. Gegenüber dem Voranschlag von 2,25 Millionen Franken beträgt der Aktiensteuerertrag rund 10,27 Millionen Franken. Somit machen die zusätzlichen Aktiensteuererträge den Hauptteil der Mehreinnahmen aus. Doch auch die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen liegen mit verbuchten 4,6 Millionen Franken rund 600 000 Franken über dem Budget.

Bei den Quellensteuern sind rund 200 000 Franken mehr eingegangen als die budgetierten 817 000 Franken. Wie Jutzi und Gertiser weiter ausführen, können dank den positiven Ergebnissen die Schulden von Laufenburg von bisher 15,5 auf neu 10,5 Millionen Franken reduziert werden. «Wir haben diese Schulden im laufenden Jahr bereits nochmals um 1 Million Franken abbauen können», so Ursula Jutzi.

Neben den vorgeschriebenen Abschreibungen von 899 000 Franken wurden zusätzliche Abschreibungen von 1,245 Million Franken gemacht. Ausserdem seien 8 Millionen Franken in das Eigenkapital verbucht worden. Dieses Eigenkapital weist nun genau diese Summe aus. Punkto erfreuliche Ergebnisse erwähnte Ursula Jutzi weiter die Eigenwirtschaftsbetriebe der Stadt. Sie alle haben das Rechnungsjahr 2008 mit einem Überschuss abgeschlossen.

Höhen und Tiefen

So erfreulich der Abschluss 2008, so wenig rosig die Aussichten für 2009. Jutzi vergleicht es mit dem Absturz vom Matterhorn auf Meeresebene. Gemäss dem kantonalen Steueramt könne zwar für das Steuerjahr 2009 mit 1,2 Millionen Franken an Aktiensteuern gerechnet werden. Aus diesen werden aber Sollkorrekturen von einer halben Million Franken abgezogen. Der zu erwartende Ertrag für 2009 beträgt somit nach heutigem Stand nur 0,6 Millionen Franken. Die Unternehmen spürten die Wirtschaftskrise und würden die Einschätzungen nach unten korrigieren, meint Florian Gertiser.

Hohe Investitionen

Im Gegensatz zu den deutlich tieferen Einnahmen fürs Jahr 2009 stehen die anstehenden Investitionen der Stadt Laufenburg. Diverse Sachgeschäfte, wie die Sanierungen der Altstadtwerkleitungen, der Baslerstrasse, der Trafostation und so weiter, umfassen einen Gesamtkostenrahmen von rund 11 Millionen Franken. Wie Ursula Jutzi erklärt, können die wenig rosigen Finanzaussichten unter Umständen auch Auswirkungen auf den Steuerfuss haben.

Dieser beträgt seit letztem Jahr 104 Prozent. Eine heikle Situation, denn Laufenburg befindet sich mitten im Umsetzungsprozess zum Zusammenschluss mit Sulz. Die neue Gemeinde Laufenburg mit Ortsteil Sulz und Rheinsulz wird 2010 starten. Auf den Entschuldungsbeitrag durch den Kanton habe der Abschluss 2008 keine Auswirkungen. Jutzi führt dazu aus, dass der Rechnungsabschluss 2009 von Laufenburg und Sulz massgebend sei.

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