Daniel von Känel

Nur noch ganz wenige Gemeinden wählen ihre Exekutive nicht an der Urne, sondern an einer Wahlversammlung. In Sisseln war es am Samstagnachmittag so weit. Nach dem ersten Wahlgang wurde ausgezählt - und die Stimmberechtigten per Glockenschlag wieder zur Versammlung gerufen. Die Glocke läutete zweimal - das Zeichen dafür, dass bereits nach dem ersten Wahlgang die Würfel gefallen sind. Für einige eine Überraschung, waren es doch zwei Personen, die sich um den frei werdenden Sitz bewarben.

Mit 96 Stimmen neu gewählt

Gemeindeammann Rainer Schaub, Vizeammann Urs Schmid, Peter Widmann und Marcel Würsten stellten sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung, Kurt Bächtold und Andrea Andersch traten für den abtretenden Urs Ammann an. 140 Stimmzettel, alle gültig, wurden eingelegt. Es wurde mit einem gemeinsamen Wahlzettel abgestimmt. Das beste Resultat erzielte Marcel Würsten mit 130 Stimmen. Rainer Schaub und Peter Widmann erhielten je 123 Stimmen, Urs Schmid erhielt deren 111. Das absolute Mehr lag bei 65. Kurt Bächtold wurde mit 96 Stimmen ins Gremium gewählt. Auf Andrea Andersch entfielen 59 Stimmen.

Rainer Schaub wurde danach mit 121 Stimmen als Gemeindeammann und Urs Schmid mit 107 Stimmen als Vizeammann im Amt bestätigt. «Ich freue mich natürlich sehr über das Vertrauen aus der Bevölkerung», sagte Kurt Bächtold nach der Wahlversammlung. «Ich werde diese Funktion sehr gerne ausüben.» Bezüglich Ressortverteilung habe er keine Präferenzen, dies sei ohnehin eine Entscheidung des gesamten Gremiums.

«Damit habe ich nicht gerechnet, ich bin sehr erstaunt», sagte Marcel Würsten zur Tatsache, dass er das beste Wahlergebnis erzielte. «Natürlich macht mich das auch ein wenig stolz und ich freue mich darüber.» Es sei schön, dass die Arbeit auf diese Weise anerkannt werde.

Die Letzte für den Gemeindeschreiber

Einen langen Applaus erntete an der Versammlung auch Gemeindeschreiber Karl Widmer, der nach fast vier Jahrzehnten im Frühjahr in Pension gehen wird. Es war seine letzte Wahlversammlung. So verliess er die Turnhalle «andächtig», wie er beim Herausgehen sagte. «Natürlich ist es ein komisches Gefühl, wenn man 40 Jahre lang dabei war und das nun die letzte Wahlversammlung war», sagte er. Insbesondere dann, wenn man seinen Beruf so gern habe wie er. Aber: «Es kommt ein guter Nachfolger.» Es werde sehr gut weitergehen. Nun stehe noch die letzte Gemeindeversammlung bevor.

Diese wird sich am 19. November unter anderem mit einem Kredit für die Sanierung des Hallenbades und der Einführung von Tempo 30 befassen. Letzteres soll flächendeckend in allen Quartieren geschehen. Auch eine Begegnungszone ist im Rahmen dieser Verkehrsberuhigung geplant.