Kurs für Hundehalter: «Der Aufwand wird unterschätzt»

Noch brauchen Hundehalter keinen Sachkundenachweis für den Hundekauf. Ab dem 1. September 2010 wird dieser jedoch Pflicht. Die Unterengstringer Hundetrainerin Erika Maibach findet den Kurs zum Nachweis sinnvoll.

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Hund

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Limmattaler Zeitung

Philippe Wenger

«Die emotionale Bindung zwischen Hund und Hundehalter ist das zentrale Element unserer Ausbildung», sagt die Unterengstringerin Erika Maibach, die seit 2006 ausgebildete Hundetrainerin und Übungsleiterin ist. Sie fügt an: Für den Alltag sei vor allem der Teil Bindung zum Hundehalter wichtig, den man der Kommunikation zuteilen könne. Eine gute Kommunikation bewirke auch, dass der Hund sich auf uns konzentrieren könne, was die Lernintensität wesentlich steigere und den Lernerfolg erhöhe.

Auf dem Trainingsplatz wird dann auch sichtbar, dass die Hunde Spass haben dürfen. Zwischen den Übungseinheiten tollen sie herum und verwickeln sich in spielerische Kämpfe. Während den Schulungseinheiten gelten aber bestimmte Regeln. «Was macht dieser herrenlose Hund hier?», ruft Maibach, als zu Beginn einer Übung ein Hund auf sie zukommt, an dessen Leine die Halterin fehlt.

Theorie und Praxis

Maibach erteilt auch den obligatorischen Sachkundenachweis-Kurs für Hundehalter, die sich durch die Aufgaben aus den neuen Reglementierungen arbeiten müssen, damit sie einen Hund halten dürfen. Wer seinen Hund nach dem 1. September 2008 und vor dem 1. September 2010 gekauft hat oder kauft, muss sowohl einen theoretischen - für Neubesitzer - als auch einen praktischen Kurs - für alle, die sich einen neuen Hund zulegen - absolvieren. Ab dem 1. September 2010 muss vor dem Erwerb eines Tieres der vierstündige Theoriekurs - nur für Leute, die sich das erste Mal einen Hund anschaffen - absolviert werden; danach innerhalb eines Jahres der ebenfalls vierstündige Praxiskurs. Dieser ist für alle Hundekäufer obligatorisch.

Weiterbildung

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundesamtes für Veterinärwesen: www.bvet.admin.ch unter der Rubrik «Aus- und Weiterbildung im Umgang mit Tieren».

Den Theoriekurs des Sachkundenachweises findet die Hundetrainerin Maibach sehr sinnvoll. Folgende Schwerpunkte werden im theoretischen Teil behandelt: einerseits die Kostenfrage, andererseits auch Überlegungen wie: Wer ist für den Hund zuständig, beispielsweise bei Reisen, Ferien? Wie lange ist der Hund alleine? Was wird vom Hundehalter erwartet? Dazu auch die Gesetze und Verordnungen im Zusammenhang mit der Hundehaltung, artgerechte Haltung gemäss Tierschutzgesetz oder spezielle Regelungen in Haushalten mit Kindern.

Sie erlebe es häufig, sagt Maibach, dass sich die zukünftigen Hundebesitzer gar nicht im Klaren seien, was es überhaupt bedeutet einen Hund zu haben: «Die Leute unterschätzen den Kosten- und Zeitaufwand, den ein Hund verursacht oder bevorzugen eine Rasse, die nicht in ihr Umfeld passt und der sie nicht gerecht werden können.»

Zusammenleben lernen

Ihrer Meinung nach ist der praktische Teil der Ausbildung mit vier Stunden zu kurz geraten. Hier liege es, führt Maibach aus, auch am Hundetrainer, die Hundebesitzer zu motivieren und zu überzeugen auch nach dem obligatorischen Kurs weiter mit ihren Tieren zu trainieren. Es gebe viele Sportarten, die für Hund und Hundehalter spannend und interessant seien. Dies trage ebenfalls zu einer guten Bindung zwischen Mensch und Tier bei.

Sie sei in der Gestaltung des praktischen Teils ziemlich frei, meint Maibach abschliessend. Der Kurs müsse die Halter befähigen, das Tier artgerecht zu erziehen und zu halten, es zu verstehen, es zu führen und Signale erkennen zu können. So stehe es im Tierschutzgesetz.