"Wenn es nach der US-Regierung ginge, könnte er schon morgen reisen. Aber jetzt muss noch die kubanische Regierung ihm die Erlaubnis erteilen, das Land zu verlassen", sagte der Sprecher der illegalen, aber tolerierten Kubanischen Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung, Elizardo Sánchez, der Nachrichtenagentur dpa.

Sigler war vor einer Woche nach Vermittlung der katholischen Kirche aus einem Hospital in Havanna entlassen worden. Weitere sechs oppositionelle Häftlinge wurden zudem in Gefängnisse in der Nähe ihrer Familien verlegt.

Alle gehören zu einer Gruppe von 75 Oppositionellen, die im März 2003, im sogenannten "Schwarzen Frühling", wegen "Söldnertums" im Dienste der USA zu Haftstrafen von bis zu 28 Jahren verurteilt worden waren.

Die humanitäre Geste der Regierung stand in Zusammenhang mit dem am Sonntag zu Ende gegangenen fünftägigen Kuba-Besuch des vatikanischen "Aussenministers", Erzbischof Dominique Mamberti. Der Geistliche, der auch auf Pastoralreise auf Kuba war, traf am Sonntag mit Staatspräsident Raúl Castro zusammen.