Während zuvor politisches Geschick gefragt war, musste sich Obama am Abend auch auf dem königlichen Parkett beweisen. Doch weder protokollarische Zwänge noch pompöse Pracht konnten den Präsidenten und die First Lady beim Besuch im Buckingham Palast in London aus der Ruhe bringen.

Dabei hat der erst 47 Jahre alte Obama keine grosse Erfahrung mit Monarchen vorzuweisen. Die Queen dagegen kann mit ihren 82 Jahren mit regelrechter Präsidenten-Routine auftrumpfen: Seit sie auf dem britischen Thron sitzt, hat sie zwölf US-Präsidenten miterlebt - alle bis auf Lyndon B. Johnson hat sie auch persönlich getroffen.

Zumindest Obamas Körpersprache verriet keine Nervosität, als er den kräftigen Händedruck der Queen entgegen nahm. Zwar verschwand die Königin fast neben den hochgewachsenen Obamas, aber farblich setzte sie neben dem dunkel gekleideten Präsidentenpaar mit einem lachsfarbenen Kleid und Perlenkette Akzente.

Auch Michelle Obama (45), die wie die Queen eine Halskette trug, wirkte nicht eingeschüchtert. Sie redete, gestikulierte und lächelte charmant. Was sich die vier erzählten, wurde zwar nicht bekannt.

Ohne Hofangestellte, ohne Berater und ohne Sicherheitspersonal zogen sich die Obamas anschliessend 20 Minuten mit der Queen und Philip zum Tee zurück. Erst danach hatte die Königin für die übrigen Staats- und Regierungschefs Zeit, die zum G20-Gipfel nach London gereist waren.