Hilfswerk

Kritik an Helevetas-Plakaten: Jetzt mischt sich die Kommission gegen Rassismus ein

Dieses Plakat der Helvetas wird als rassistisch kritisiert.

Dieses Plakat der Helvetas wird als rassistisch kritisiert.

Ein offener Brief der Organisation «Afro Swiss» kritisiert Plakate des Hilfswerk Helvetas als rassistisch. Die Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus spricht von einer paternalistischen Kampagne der Helvetas.

Drei Gesichter strahlen von Plakaten des Hilfswerks Helvetas. Zwei dunkelhäutige Frauen und ein Kind werben um Spenden. Auf dem Bild stehen drei Sätze: «Ging hinters Gebüsch», steht bei der Grossmutter, «ging aufs Plumpsklo», steht bei der Mutter, «drückt die WC-Spülung», steht beim Kind. Das und ähnliche Sujets des Hilfswerks Helvetas sollen dazu animieren, für «echte Veränderung» Geld zu spenden. Es sorgt aber zurzeit vor allem für einen Proteststurm. 

Laut der «Schweiz am Sonntag» mischt sich nun die Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus ein. Präsidentin Martine Brunschwig Graf, kritisiert die Plakate. «Das ist keine gute Kampagne», sagt sie auf Anfrage der «Schweiz am Sonntag».

«Die Bilder arbeiten mit dem Vorurteil, dass Afrikaner nur mithilfe des Nordens Fortschritte erreichen können. Das ist paternalistisch.» Helvetas sei gut beraten, in Zukunft auf solche Pauschalisierungen und Stereotypisierungen zu verzichten. Die Hilfsorganisation habe zwar gute Intensionen und sei «ganz sicher keine rassistische Organisation».

Bei dieser Kampagne setze sie aber auf die falschen Bilder, so Brunschwig Graf, Nationalrätin aus Genf. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» verteidigt Sprecher Matthias Herfeldt die Kampagne. Schwarze würden auf den Plakaten nicht als rückständig dargestellt.

Im Gegenteil: «Die Plakate erzählen die Geschichten von selbstbewussten, würdevollen Menschen, die auf das Erreichte stolz sind und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wir bedauern es, wenn sich durch diese Darstellung jemand verletzt fühlt.»

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