Politik
Kritik an Freysinger wegen Reichskriegsflagge im Keller

Seit 15 Jahren ziert eine deutsche Reichskriegsflagge das Büro des SVP-Nationalrats Oskar Freysinger. Der Walliser ist sich keiner Schuld bewusst: «Ich habe die Flagge aus rein ästhetischen Gründen gekauft», sagt er. Abnehmen will er sie nicht.

Jonas Burch
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SVP-Mann Oskar Freysinger wegen Reichskriegsflagge in der Kritik.

SVP-Mann Oskar Freysinger wegen Reichskriegsflagge in der Kritik.

Key/Screenshot SRF

Die Überraschung war gross, als die Sendung «Reporter» mit Oskar Freysinger am Sonntag auf SRF lief. Ist Freysinger ein Nazi? Die Reichskriegsfahne ist unübersehbar. Hitler schickte seine Schiffsflotte unter dieser Flagge in den Krieg. Kriegsverwendung im engeren Sinn fand sie von 1892 bis 1903. Heute gilt sie als Identifikation für Neonazis. «Die Reichskriegsflagge wird in Kreisen gezeigt, die damit ihrer rechtsextremen Gesinnung Ausdruck geben wollen», zitiert der «Tages-Anzeiger» Sven Lüken vom Deutschen Historischen Museum in Berlin.

Brisant: Die Sendung wurde bereits vor den Walliser Staatsratswahlen vom 3. März aufgezeichnet. Denn SRF-Reporter Roland Huber besuchte den SVPler am 16. Februar. Das wirft Fragen auf: Hätten die Walliser anders abgestimmt, wenn sie vom Flaggen-Skandal gewusst hätten? Inwiefern trägt SRF eine Mitverantwortung? «Hätten wir die Fahnen-Geschichte kurz vor den Wahlen publiziert, hätten wir damit direkt in den Wahlkampf eingegriffen», erklärt sich SRF-Chefredaktor Diego Yanez dem «Blick».

Die Walliser Parteien halten sich mit Spekulationen zurück. Gabi Huber, Präsidentin der FDP-Liberalen-Fraktion sagt nur: «Einige Wählerinnen und Wähler hätten es sich vielleicht noch einmal überlegt, ob das wirklich die Person ist, der sie ihre Stimme geben wollen.»

Gymnasiallehrer Freysinger mimt trotz all den Vorwürfen einmal mehr den Ahnungslosen. Er habe die Flagge aus rein ästhetischen Gründen gekauft, fand sie irgendwie schön. Schwer zu glauben, zumal der Buchautor schon im April 2008 mit einem seltsamen Vortrag von sich reden machte. Damals propagierte er eine Blut- und-Boden-Romantik.

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