Die Aids-Hilfe Schweiz muss für die Zürcher Nationalrätin ein Pflichtenheft erstellen und dieses der Zewo zukommen lassen. Die AHS müsse schon sehr gut begründen, weshalb sie plötzlich so viel bezahle, sagte Zewo-Geschäftsleiterin Martina Ziegerer im "Tages-Anzeiger" vom Donnerstag.

Gemäss Zewo bezahlen Organisationen von dieser Grössenordnung nur etwa 10'000 bis 20'000 Franken. Es gebe weit grössere Verbände wie WWF, Pro Infirmis, Helvetas oder Pro Juventute, deren Vorstandsspitzen nur eine symbolische Pauschale oder Spesenentschädigungen bekämen, sagte Ziegerer.

Eine höhere Entschädigung ist laut Ziegerer lediglich dann erlaubt, wenn es sich um eine Ausnahmesituation handelt. Solche Engagements seien in der Regel zeitlich befristet.

Ziegerer sieht im Fall Fiala auch ein Problem der Gewaltentrennung, wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Eine Präsidentin sollte vor allem strategisch tätig sein und nicht operativ. Fiala hatte jedoch ihre finanziellen Ansprüche auch damit begründet, dass sie das Fundraising zur Chefsache erklärte.

Lohnender Entscheid

Gegenüber der Aids-Hilfe Schweiz hat Fiala ihre Forderungen bereits vor ihrer Wahl am 21. Januar 2012 angegeben. Diese lagen 30'000 Franken über dem bisherigen Präsidiums-Betrag. Die Entschädigung beträgt 1,4 Prozent der Lohnsumme der Aids-Hilfe Schweiz, wie diese am Donnerstag mitteilte.

"Wir haben uns sehr bewusst für Doris Fiala entschieden", sagte AHS-Geschäftsführer Michael Kohlbacher der sda. Die AHS strebe eine weitere Professionalisierung an und brauche angesichts der Kürzung der Bundessubventionen und Spendenrückgänge auch Beiträge aus der Wirtschaft.

Doris Fiala sei es in kurzer Zeit gelungen, Spendenzusagen von Sponsoren aus der Privatwirtschaft zu erhalten, die mehr als das Dreifache ihres Entschädigungsbetrages ausmachten, sagte Kohlbacher.