Krippe platzt aus allen Nähten

Auch ohne Bildungskleeblatt wird das Angebot an Tagesstrukturen in Küttigen ausgebaut. Die Kinderkrippe erhält eine zweite Gruppe und den Mittagstisch gibt es künftig an fünf statt wie bisher nur an drei Tagen.

Drucken
Teilen
krippe.jpg

krippe.jpg

Aargauer Zeitung

Andrea Marthaler

Die Küttiger Bevölkerung sprach sich an der Abstimmung zum Bildungskleeblatt knapp für die Tagesstrukturen aus. Obwohl sich diese kantonal nicht durchsetzen konnte, baut Küttigen sein Angebot an Tagesstrukturen jetzt aus. Für Vorschulkinder gibt es zusätzliche Krippenplätze und Schulkinder können sich ab nächstem Schuljahr an allen Schultagen am Mittagstisch verpflegen.

Möglich wird der Ausbau der Krippe «Chinderscheese» da im Haus, in dem diese eingemietet ist, eine Wohnung frei geworden ist. Die Eigentümerin - die Gemeinde Küttigen - vermietet diese neu ebenfalls an die Krippe. Bisher konnte die Kinderkrippe zehn Betreuungsplätze anbieten - davon zwei Plätze für Kleinkinder. In der Gruppe, die im August eröffnet wird, entstehen vier neue Baby-Plätze und zwei zusätzliche für Vorschulkinder. «Das Bedürfnis der Eltern ist gerade bei den Kleinsten am Grössten», so Regula Kuhn, Präsidentin der Kinderkrippe.

Defizitgarantie der Gemeinde

Künftig hat die «Chinderscheese» zwei nach Alter getrennte Gruppen. «Früher war das Ziel, Krippen gemischt zu führen, jetzt ist der Ansatz wieder getrennt nach Alter», so Kuhn. In getrennten Gruppen könne besser auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden. Die Kleinen brauchen mehr Betreuung. Da beide Gruppen allerdings im selben Haus sind, ist auch gemeinsames Programm möglich. Insbesondere der grosse Garten wird von beiden Gruppen gemeinsam genutzt.

Die Krippe wird von einem Verein geführt. Allerdings unterstützt die Gemeinde die Eltern je nach Einkommen. Bis zu 50 000 Franken an Beiträgen zahlt die Gemeinde pro Jahr. Thomas Kaspar, Gemeinderat für Soziales findet dies wichtig: «Wir wollen die Krippe fördern, so dass alle Eltern die Möglichkeit haben, unabhängig ihres Einkommens ihre Kinder in die Krippe bringen zu können.» Damit eine zweite Gruppe starten kann, übernimmt die Gemeinde in der Startphase eine Defizitgarantie in der Höhe des Mietzinses der drei-Zimmer-Wohnung. Mit Spenden von Stiftungen und des lokalen Gewerbes tätigt der Verein «Chinderscheese» die für den Start nötigen Anschaffungen.

Mittagstisch an allen Tagen

Auf das kommende Schuljahr wird zudem der Mittagstisch ausgebaut. «Bisher konnten wir nur die Mittage anbieten, die rentieren», bemängelt Tilly Walter, Präsidentin des Elternvereins Küttigen. Da die Gemeinde nun eine Defizitgarantie gibt, kann jetzt an allen Schultagen ein Mittagessen angeboten werden. Maximal 12 Kinder vom Kindergarten bis zur Oberstufe können so von einer Betreuung über den Mittag profitieren.

Weitere Betreuungsangebote für Schülerinnen und Schüler gibt es in Küttigen nur auf privater Basis wie zum Beispiel in Tagesfamilien. Auf den nächsten August eröffnet Tanja Theiss ihre «Kinderwohlfühloase», in der sie maximal fünf Kinder pro Tag ab dem Alter von 3 Jahren betreuen kann. «Als Tagesmutter biete ich ein Alternativprodukt zur Krippe an», so Theiss.

Auch die Nachbarschaftshilfe oder die Betreuung durch Grosseltern ist verbreitet. Kuhn hält es für unumgänglich, dass irgendwann weitere Tagesstrukturen folgen müssen. «Wir merken den Druck jetzt bei den Krippen.» Werden diese Kinder älter, wächst der Wunsch auf Betreuung ausserhalb der Schulzeiten und an freien Nachmittagen. Geplant wird in Küttigen derzeit aber nichts. Nach der Einschätzung von Dieter Hauser, Gemeindeammann, ist der Bedarf an Tagesstrukturen in dieser erweiterten Form vorderhand abgedeckt.

Aktuelle Nachrichten