Das Gericht ging mit dem am Freitag veröffentlichten Urteil weiter als die Staatsanwaltschaft, die eine zehnjährige Freiheitsstrafe und eine Verwahrung beantragt hatte. Die Verteidigung hatte die schwache Beweislage kritisiert und für eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und therapeutische Massnahmen plädiert.

Wegen Verjährung konnten die Vergehen an sieben Opfern nicht mehr berücksichtigt werden, wie das Gericht schrieb. In fünf Fällen wurde der Angeklagte freigesprochen, weil zu wenig Indizien für eine Verurteilung vorlagen. Angeklagt gewesen war der Mann wegen des Missbrauchs von rund 50 Mädchen.

Genugtuung im Umfang von 65'000 Franken

Der aus dem Kanton Bern stammende Mann muss gemäss dem Urteil Genugtuungen im Umfang von 65'000 Franken leisten und den grössten Teil der Gerichtskosten tragen.

Die dem Mann zur Last gelegten Vorfälle gehen bis in die neunziger Jahre zurück. Die meisten Mädchen waren zur Tatzeit unter 16 Jahre alt. 1996 hatte der Verurteilte mehrere Mädchen im Sport- und Freizeitcenter Fiesch VS sexuell belästigt. Er drang nachts in die Anlage ein und betäubte die schlafenden Mädchen, bevor er sich an ihnen verging.

Landesweit Aufsehen erregten die ihm zur Last gelegten sexuellen Übergriffe im Jahr 2000 auf drei 14- bis 15-jährige Schülerinnen des Nobelinternats L'Aiglon College in Villars-sur-Ollon VD. Der Mann war in das Zimmer der Schülerinnen eingedrungen und hatte auch diese Mädchen betäubt.

In der Region Olten verhaftet

Auf seine Spur kam 2007 die Solothurner Polizei, als sie sein DNA-Profil in die CODIS-Datenbank (Combined DNA Index System) eingab.

Danach konnte der Berner, der eine Zweitwohnung im Kanton Wallis besass, an seinem Wohnort in der Region Olten SO verhaftet werden. Er hatte das Interesse der Solothurner Polizei erregt, weil er sich in einer Sportanlage in die Mädchengarderobe geschlichen hatte.