Die meisten waren Velo- oder Motorradfahrer. Wie sicher Kreisel tatsächlich sind, überprüfte das Tiefbauamt Thurgau. Das Amt untersuchte rund ein Dutzend Kreuzungen, die zu Kreiseln umgebaut wurden.

Das Fazit: Im Durchschnitt haben die Unfallzahlen um 60 Prozent abgenommen. «Unsere Unfallstatistik zeigt, dass der Kreisel eine sehr effiziente Kreuzungsform ist, um Kollisionen markant zu senken», sagt Andy Heller, Ingenieur vom Tiefbauamt Thurgau.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung zeigt die BfU-Statistik aber, dass die Zahl der Schwerverletzten nach Kreiselunfällen in den letzten 20 Jahren um rund 100 zugenommen hat.

Das BfU sowie die Tiefbauämter begründen dies hauptsächlich mit der Zunahme der Anzahl Kreisel. So gibt es heute im Kanton Thurgau 102 Kreisel, 1990 waren es erst drei. Im Kanton Aargau sind es heute 158 gegenüber 9 vor etwas mehr als zehn Jahren.

Ein Teil der Unfälle ist auch darauf zurückzuführen, dass einige Velo- und auch Motorradfahrer nicht wissen, wie sie im Kreiselverkehr fahren müssen. «Viele Velofahrer fühlen sich nicht wohl dabei, vor dem Kreisel in die Fahrbahnmitte einzuspuren und sich so quasi zwischen den motorisierten Verkehr zu begeben – auch wenn dies das korrekte Verhalten ist», sagt Daniel Schwerzmann, Leiter Verkehrsmanagement des Kantons Aargau.

Dieses Problem beobachtet auch die Stiftung Roadcross Schweiz. «Da es Kreisel erst seit rund 20 Jahren gibt, haben ältere Verkehrsteilnehmer das korrekte Verhalten im Kreisverkehr möglicherweise nie gelernt», sagt Stefan Krähenbühl von Roadcross. Das könne zu Unsicherheiten führen.