Gesundheit

Krebspatienten fordern in Bern mehr Mitsprache

Teilnehmer fotografiert Solidaritätsaktion in Bern

Teilnehmer fotografiert Solidaritätsaktion in Bern

Krebspatienten wollen in Zukunft in der Gesundheitspolitik direkt mitreden können. Eine Resolution mit diesem Kernpunkt haben Krebskranke auf dem Berner Bundesplatz Bundespräsidentin Doris Leuthard übergeben.

Die Übergabe fand im Rahmen der nationalen Solidaritätsaktion "Unterwegs gegen Krebs" der 100-jährig gewordenen Krebsliga Schweiz statt. Mehr als 2000 Personen beteiligten sich am Morgen gemäss Angaben der Krebsliga an einer Sternfahrt aus allen Landesteilen in Richtung Bern.

Schätzungsweise 1000 Menschen verfolgten am Nachmittag die Übergabe der Resolution auf dem Bundesplatz. Diese enthält auch die Forderung nach beruflicher Integration von chronisch Kranken und nach einer obligatorischen Krankentaggeld-Versicherung.

Zudem sollen berufstätige Angehörige von chronisch kranken Menschen Beruf und Pflege besser unter einen Hut bringen können. Schliesslich fordern die Patienten auch ein Kommunikationstraining für Ärzte, damit diese schlechte Nachrichten künftig besser überbringen.

Bundespräsidentin Leuthard äusserte in einer Rede Verständnis für die Forderung nach besserer Integration von Kranken in den Arbeitsalltag. Sie appellierte an die Arbeitgeber, mehr dafür zu tun.

Der Übergabe der Resolution war am Vormittag in Bern die Bildung einer Koalition von Krebspatienten vorangegangen. Sie soll ermöglichen, dass Krebskranke über Delegierte in einem institutionalisierten Rahmen auf nationaler Ebene mitbestimmen können.

Für die Idee Pate stand die 2003 gegründete Europäische Krebspatienten-Koalition. Der neue Präsident der Schweizer Krebsliga, Jakob Passweg, sagte auf Anfrage, diese Patientenkoalition werde die Arbeit der Krebsliga ergänzen. Es sei nicht das Gleiche, wenn die Krebsliga oder wenn Patienten selber ihre Stimme erhöben.

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