Prämienerhöhung
Krankenkassenprämien schlagen um 4 Prozent auf – die Kantone im Überblick

Versicherte müssen im kommenden Jahr für die Krankenkassen wieder tiefer ins Portemonnaie greifen. Die Prämien für Erwachsene steigen um durchschnittlich 4 Prozent, diejenigen für Jugendliche um 4,4 und die Kinderprämien um 3,8 Prozent.

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Medikamente sind gefragt – Die Krankenkassenprämien steigen merklich an.

Medikamente sind gefragt – Die Krankenkassenprämien steigen merklich an.

Keystone

Versicherte müssen im kommenden Jahr für die Krankenkassen wieder tiefer ins Portemonnaie greifen. Die Prämien für Erwachsene steigen um durchschnittlich 4 Prozent, diejenigen für Jugendliche um 4,4 und die Kinderprämien um 3,8 Prozent. In den vergangenen drei Jahren lag die Prämiensteigerung zwischen 1,5 und 2,2 Prozent.

Der durchschnittliche Prämienanstieg betrug in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 3,6 Prozent, seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahre 1996 4,7 Prozent. Die nun kommunizierte Erhöhung von 4 Prozent im nächsten Jahr entspricht monatlichen Mehrkosten von 15 Franken 70 Rappen pro Person.

Die Kantone Nid- und Obwalden verzeichnen den höchsten Prämienanstieg über alle Altersklassen hinweg, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag mitteilte.

In Nidwalden steigen die Prämien für Erwachsene mit einer Franchise von 300 Franken und Unfalldeckung um 6,8 und die Prämien für Jugendliche um 8,1 Prozent.

Allerdings gehören die beiden Innerschweizer Kantone mit Prämien von durchschnittlich 329 beziehungsweise 345 Franken im Monat für Erwachsene zu den fünf Kantonen mit den tiefsten Prämien überhaupt. Die allertiefsten Prämien bezahlen die Appenzell Innerrhoder - und zwar von jung bis alt.

Wenig in Bern, viel in Basel-Stadt

Am moderatesten ist der Sprung im Kanton Bern, wo die Prämien für Erwachsene um 2,7 Prozent ansteigen. Hier beträgt die Prämienlast jedoch bereits 438 Franken pro Monat. Am höchsten sind die Prämien für Erwachsene in Basel-Stadt mit 533 Franken und Genf mit 500 Franken.

Unterdurchschnittliche Prämienerhöhungen verzeichnen neben dem Kanton Bern die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Freiburg, Genf, Jura, Tessin, Waadt, Wallis und Zug.

Neben den Nid- und Obwaldern müssen die Versicherten der Kantone Appenzell Ausserrhoden, Neuenburg, Basel-Landschaft und Solothurn einen Prämienzuwachs von über 5 Prozent gewärtigen.

Allerdings ist zu beachten, dass sich nur wenige Personen mit dem Standard-Modell versichern. Viele Versicherte bevorzugen alternative Prämienmodelle etwa mit höheren Franchisen oder dem Hausarztmodell.

Die Jungen müssen bluten

Immer teurer werden auch die Prämien für Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren. Mit 4,4 Prozent oder 16 Franken pro Monat steigen ihre Prämien dieses Jahr wiederum stärker an als die Prämien für Erwachsene. Dies dürfte damit zusammen hängen, dass ein hoher Anteil dieser Prämiengelder in den Risikoausgleich fliessen, weshalb die Versicherer Rabatte für die Jungen kürzen.

Bei den Kinderprämien liegt der Anstieg bei 3,8 Prozent oder 3,50 Franken pro Kind und Monat. Dies nachdem sie 2013 um 1,4 Prozent sanken und 2014 um 2,4 Prozent anstiegen.

Alain Berset zur Prämienerhöhung: «Die Kosten steigen und die Prämien steigen und das wird sich sobald auch nicht ändern. Wir versuchen die Kosten zwar zu bändigen. Die Prämien steigen um 4 Prozent, weil wir davon ausgehen, dass die Kosten um 4 Prozent steigen. Die Prämien müssen die Kosten decken, damit ein Prämienschock für die Zukunft verhindert werden kann. Wir versuchen, die Kosten zu zähmen. Wie stark die Prämien 2016 steigen, weiss niemand. Da könnte man auch Kaffeesatzlesen oder Madame Soleil fragen.»

(sei/sda)

Die Kantone in der Nordwestschweiz im Überblick:

Das sind die durchschnittlichen Aufschläge in den Kantonen im Verbreitungsgebiet der «Nordwestschweiz» für 2015:

Im Kanton Aargau beläuft er sich auf 3,8 Prozent für Erwachsene. Er liegt also unter dem schweizweiten Durchschnitt. Kindern zahlen 4,2 Prozent.

Im Kanton Basel-Stadt sind es 4,1 Prozent für Erwachsene und 3,8 Prozent für Kinder.

Im Kanton Zürich erhöhen sich die Prämien im Schnitt um je 4,5 Prozent für Erwachsene und Kinder.

Im Kanton Baselland zahlen erwachsene Grundversicherte 5,0 Prozent mehr, Kinder 4,7 Prozent.

Den höchsten Aufschlag gibt es im Kanton Solothurn mit 5,4 Prozent für Erwachsene. Kinderprämien schlagen im Schnitt um 4,8 Prozent auf.

Bereits gibt es erste Proteste gegen die vom BAG genehmigten Prämien. Aus Sicht des Regierungsrat von Basel-Stadt hätte der diesjährige Prämienanstieg 2015 wegen der moderaten kantonalen Kostenentwicklung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) im Jahre 2013 und der entsprechenden Entwicklung im ersten Halbjahr 2014 weniger hoch ausfallen sollen. Entsprechende Einwände des Regierungsrates beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Rahmen des diesjährigen Prämiengenehmigungsprozesses seien nicht berücksichtigt worden. Dies sei aus den Regierungsrat „nicht nachvollziehbar“, weil insbesondere in den vom Kanton mitfinanzierten Versorgungsbereichen wie Spitälern und Langzeitpflege „keine Anzeichen für eine so starke Kostenerhöhung“ bestünden. Allerdings sind die Gesundheitskosten pro Kopf in der Stadt am Rheinknie noch immer am höchsten.

Wie hoch Ihre Prämie persönlich konkret aufschlägt, können Sie ab heute Nachmittag auf Internetvergleichsdiensten wie bonus.ch, comparis.ch oder priminfo.ch nachsehen.

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