Die Prognose des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) basiert unter anderem auf den Resultaten der Krankenversicherer vom letzten Jahr. Total schrieben die Kassen 2008 einen Verlust von 800 Millionen Franken, wie BAG-Vizedirektor Peter Indra einen Bericht des "SonntagsBlick" bestätigte.

Im laufenden Jahr könnte es einen ähnlich hohen Verlust absetzen, da die gegenwärtigen Prämien die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen nicht decken. Gestützt auf die Zahlen des ersten Quartals rechnet Indra 2009 mit einer Kostensteigerung von 4 bis 5 Prozent.

Aufgrund dieser Situation lasse sich aus "heutiger Sicht eine durchschnittliche Prämienerhöhung von über zehn Prozent kaum vermeiden". Mit dieser Prämienerhöhung könnten die Krankenkassen die steigenden Kosten abfangen.

Schon Ende des vergangenen Jahres hatte santésuisse, der Dachverband der Krankenkassen, von einem möglichen Anstieg der Prämien in der Grössenordnung von 10 Prozent gesprochen. Ausserdem warnte santésuisse vor einem Absinken der Reserven einiger Krankenkassen auf das gesetzliche Minimum.

Der Bund hat bereits Massnahmen zur Kosteneindämmung in Aussicht gestellt. Dazu gehören etwa Massnahmen, die zur Senkung von Medikamentenpreisen führen sollen. Zum Umfang der Einsparungen äusserte sich der Bund nicht. Ob das Parlament bereits im Sommer über Massnahmen diskutiert, ist ebenfalls unsicher.