Mittlerweile sei fast jedes fünfe Kind in der Schweiz übergewichtig oder fettleibig, trotzdem werde Adipositas bei Kindern nicht ernst genommen.

«Die betroffenen Kinder bekommen nicht die Behandlung, die sie dringend nötig hätten», sagt Dagmar l'Allemand, Ärztin am Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen und Mitglied der Arbeitsgruppe Adipositas der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Grund dafür ist laut der zuständigen Fachgesellschaft, dass die Krankenkassen heute zu wenig an die Behandlung adipöser Kinder zahlen.

Die Kinderärzte beantragen darum nun beim Bundesamt für Gesundheit, dass die Kassenpflicht für solche Therapien ausgedehnt wird.

Da die Experten in der zuständigen Leistungskommission dieser Forderung bisher skeptisch gegenüberstehen, überlegt sich die Gesellschaft für Pädiatrie darüber hinaus weitere Massnahmen.

Sie hat bereits das Netzwerk für Kinderrechte gebeten, die fehlende Kostenübernahme bei der Unicef als Verletzung der Kinderrechte zu melden. Und sie erwägt, wegen Diskriminierung von Kindern an die nationale Ethikkommission zu gelangen.