Tabakprävention

Krankenkassen sollen Rauchern helfen, von Zigarette wegzukommen

Krankenkassen sollen den Rauchern den Nikotinentzug bezahlen (Symbolbild).

Krankenkassen sollen den Rauchern den Nikotinentzug bezahlen (Symbolbild).

Die Eidgenössische Kommission für Tabakprävention EKTP hat Kriterien für die Übernahme der Kosten von Nikotinersatzprodukten durch die Krankenkassen ausgearbeitet. Denn diese Kosten könnten Aufhörwillige davon abhalten, eine genügend lange und ausreichende Therapie durchzuführen.

Mehr als zehn Zigaretten pro Tag und ein täglicher Tabakkonsum seit mehr als drei Jahren gehören zu den Kriterien der EKTP, die am Mittwoch in der jüngsten Ausgabe der "Schweizerischen Ärztezeitung" veröffentlicht wurden.

Die Behandlungsdauer mit Nikotinersatzprodukten beträgt drei Monate, die Rückerstattung soll maximal einmal pro Jahr möglich sein. Voraussetzung ist zudem eine professionelle Beratung.

Wenn die wissenschaftlich nachweislich wirksamen Nikotinersatzprodukte kassenpflichtig wären, bestünde wahrscheinlich weniger die Gefahr, dass aufhörwillige Raucherinnen und Raucher auf andere gesundheitsschädigende Produkte wie Snus oder Kautabak oder nicht geprüfte Produkte wie E-Zigaretten ausweichen müssten, schreibt die EKTP.

Die EKTP weist auch darauf hin, dass die meisten Rückfälle sich in den ersten beiden Jahren nach dem Rauchstopp ereignen. Die Rückfallquote belaufe sich auf etwa zehn Prozent pro Jahr

Alle kommerziell erhältlichen Nikotinersatzprodukte wie Kaudepots, Pflaster, Inhaler oder Lutschtabletten seien als Teile einer Rauchstoppstrategie erwiesenermassen wirksam. Sie steigerten die Abstinenzrate um 50 bis 70 Prozent, unabhängig von der Art der Beratung, heisst es. Die Nikotinersatzprodukte seien nicht nur wirksam, sondern auch sehr kosteneffizient.

Unglückliche Süchtige

Gemäss dem Forschungsbericht über den Tabakkonsum der Schweizer Bevölkerung wollten im Jahr 2010 48 Prozent der Raucherinnen und Raucher mit dem Rauchen aufhören. Eine strukturierte Beratung mit einer Nikotinersatztherapie führe zu einer signifikanten Abnahme der Zahl der Raucherinnen und Raucher sowie der tabakbedingten Sterblichkeit.

Der Tabakkonsum fordert in der Schweiz jedes Jahr rund 9000 Todesopfer und belastet das Gesundheitssystem enorm. Raucherinnen und Raucher sterben zehn Jahre früher als Nichtrauchende.

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