Gesundheitskosten
Krankenkassen-Experte fordert 3000-Franken-Franchise für alle

Die Gesundheitskosten sind auch 2014 wieder gestiegen. Das zeigen noch unveröffentlichte Zahlen des Datenpools der Krankenkassen, die der «Schweiz am Sonntag» vorliegen.

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Gesundheitskosten: Heute haben 53 Prozent der Versicherten eine Mindestfranchise von 300 Franken, 14 Prozent die Maximale von 2500 Franken. (Symbolbild)

Gesundheitskosten: Heute haben 53 Prozent der Versicherten eine Mindestfranchise von 300 Franken, 14 Prozent die Maximale von 2500 Franken. (Symbolbild)

Keystone

Weil in der ausgewiesen Zunahme von 1,15 Prozent noch nicht alle ausgestellte Rechnungen enthalten sind, gehen Experten gar von einem Kostenwachstum vom 3 Prozent aus. Um die prognostizierten zusätzlichen 3 Prozent Kosten zu decken, müssen die Versicherten fast eine Milliarde Franken mehr Prämien zahlen.

Für Paul Rhyn vom Krankenkassenverband steht deshalb fest, dass es künftig mehr Anreize für «kostensparendes Verhalten braucht». Den Vorschlag von Alain Berset, die Maximalfranchise von 2500 Franken zu kürzen, geht für ihn klar in die falsche Richtung.

Eingeführt hatte diese Höchstfranchise Bundesrat Pascal Couchepin vor zehn Jahren mit dem Ziel, «die Eigenverantwortung und das Kostenbewusstsein der Versicherten zu stärken.» Denn je höher die Franchise ist, desto höher ist der Betrag, den Versicherte jährlich für medizinische Leistungen aus der eigenen Tasche zahlen.

Heute haben 53 Prozent der Versicherten eine Mindestfranchise von 300 Franken und 14 Prozent die Maximale von 2500 Franken. Dass das Rad nun zurückgedreht werden soll, ist auch für den Krankenkassenexperten des Internetvergleichsdienstes Comparis, Felix Schneuwly, unverständlich.

«Vollkasko-Versicherungen schaffen keine Sparanreize. Wahlfranchisen schon», sagt er zur „Schweiz am Sonntag“. Deshalb würde es Schneuwly als sinnvoll erachten, die Mindestfranchise für Erwachsene von 300 auf 3000 Franken zu erhöhen.

«Die Prämien würden massiv sinken, weil jeder Bagatellfälle selber bezahlen müsste.»Und wer das Geld dafür nicht hätte, solle es von der Gemeinde bekommen anstatt durch Prämienverbilligungen nach dem Giesskannenprinzip.