Bundesrats-Ersatzwahl
Krach bei den FDP-Frauen – wegen Wahlaufruf für Cassis

Zwei Freisinnige haben im Namen aller FDP-Frauen die Wahl von Ignazio Cassis empfohlen. Das verursacht Ärger beim weiblichen Flügel der Partei.

Henry Habegger
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Zwei FDP-Frauen sind ihrer Präsidentin Doris Fiala in den Rücken gefallen.

Zwei FDP-Frauen sind ihrer Präsidentin Doris Fiala in den Rücken gefallen.

Keystone

Sie werde bis zum Schluss den Namen Isabelle Moret auf ihren Stimmzettel schreiben, betonte die Zürcher Nationalrätin Doris Fiala, Präsidentin der FDP-Frauen, letzte Woche im Gespräch. Wie ein Rückenschuss muss ihr daher vorgekommen sein, was dieser Tage die FDP-Frauen Béatrice Acklin Zimmermann, Fribourg, und Ursula Uttinger, Zürich, an Parlamentarier in Bern verschickten: einen Wahlaufruf für Morets Widersacher Ignazio Cassis. Der Text des Wahlaufrufs:

"Die FDP.Die Liberalen Frauen Schweiz engagieren sich für Diversität in allen Bereichen. Weil heterogen zusammengesetzte Teams nicht nur Punkto Geschlecht, sondern auch bezüglich kultureller und sprachlicher Herkunft eminent wichtig sind, würden wir es sehr begrüssen, wenn die italienische Schweiz wieder in der Landesregierung vertreten wäre. Wir bitten Sie deshalb, am kommenden Mittwoch Ignazio Cassis in den Bundesrat zu wählen. Der Zusammenhalt in unserem Land hängt wesentlich von der Einbindung der Sprachminderheiten ab."

Unten an der Mail prangt als Absender unter den Namen der beiden Frauen: "FDP.Die Liberalen Frauen Schweiz". Der Aufruf sieht also so aus, als stünden die FDP-Frauen offiziell dahinter, was natürlich nicht stimmt. Folge: Bei den FDP-Frauen herrscht jetzt ziemlich dicke Luft. Und Parlamentarier anderer Parteien wundern sich.

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