Stadion
Kosten für Stadion liegen zu hoch

140 Millionen Franken würde ein neues Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal kosten. Das sind aus Sicht des Zürcher Stadtrats mindestens 20 Millionen zu viel.

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Hardturm

Hardturm

Limmattaler Zeitung

Matthias Scharrer

Die scheinbar unendliche Geschichte der Planung eines neuen Hardturm-Stadions erhält ein weiteres Kapitel: Der Zürcher Stadtrat verlängert die Frist, in der die von ihm eingesetzte Stadion-Task-Force den Standort Hardturm prüfen soll, bis kommenden Frühling. Grund: Nach jetzigem Stand würde das Stadion deutlich mehr als die ursprünglich geschätzten 100 Millionen Franken kosten. Der Stadtrat geht aufgrund eines Zwischenberichts der Task-Force von 140 Millionen Franken aus, wie er gestern mitteilte.

Als «vernünftig» bezeichnete Stadträtin Kathrin Martelli auf Anfrage Kosten in Höhe von 100 bis 120 Millionen Franken. Bis Ende März solle die TaskForce das Projekt nun noch vertiefter prüfen. «Wenn wir es bis dann nicht zu vernünftigen Kosten hinbringen, müssen wir auch andere Standorte erwägen. Aber so schnell geben wir nicht auf beim Hardturm», so Martelli weiter. Geeignete Standorte für ein derart grosses Projekt seien in Zürich ohnehin Mangelware. Ein Verzicht auf ein neues Stadion sei jedoch keine Option. «Zürich braucht ein Fussballstadion», sagte die Hochbau-Vorsteherin.

Die hohen Kosten am Standort Hardturm rührten zum einen daher, dass man wegen des Grundwassers nicht allzu weit in die Tiefe bauen könne. «Es ist nur ein Untergeschoss möglich», erklärte Martelli. Zum anderen wolle man aus Rücksicht auf die Anwohner nicht mehr als 25 Meter hoch bauen. Daher laufe die Planung darauf hinaus, das Fussballfeld gleichsam im ersten Stock zu bauen. So entstehe im Parterre Platz für Parkplätze, Bars und Restaurants.

Nicht nur teure Wohnungen

Die verlängerte Frist soll auch dazu dienen, den Landabtausch zwischen der Stadt Zürich und der Credit Suisse (CS) genauer unter die Lupe zu nehmen. Die CS plant, auf dem bisher der Stadt gehörenden Land neben dem Stadion Hochhäuser für Wohnungen und Dienstleistungsflächen zu bauen. Und will im Gegenzug das fürs Stadion nötige Land der Stadt überlassen. «An sich sind wir uns darüber nach wie vor einig», so Martelli.

Doch die Überbauung werde sehr dicht, und in guter Qualität könne man in den Hochhäusern erst ab einer Höhe von 25 Metern wohnen. Es gelte, die städtebauliche Qualität genau zu prüfen. Zudem sollten dabei nicht nur Wohnungen im Hochpreissegment entstehen. «Wir wollen keinen politischen Flop», betonte Martelli - wohl auch in Erinnerung ans gescheiterte Vorgänger-Projekt Stadion Zürich. Was die Wohnungen beim Stadion kosten sollen, war bei der CS gestern auf Anfrage nicht zu erfahren.

Am Finanzierungsmodell fürs neue Stadion hält die Stadt fest. Demnach sollen GC, der FC Zürich sowie die Fifa insgesamt 15 Millionen Franken und die Stadt Zürich maximal 10 Millionen Franken beitragen. Weitere 5 Millionen erhofft man sich aus einer «Volksaktie». Der Rest müsste laut Martelli über Kredite aufgebracht werden.