Bundesgericht
Kosovare aus dem Aargau muss Schweiz nach 20 Jahren verlassen – das Gericht hält ihn für unbelehrbar

Seine Straftaten wurden immer schwerer. Jetzt hat das Bundesgericht entschieden, dass der Familienvater kosovarischer Herkunft die Schweiz verlassen muss, obschon er mehr als 20 Jahre in der Schweiz wohnt.

Urs-Peter Inderbitzin
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Ein Kosovare wird ausgewisen. Das Bundesgericht bestätigt einen Entscheid des Aargauer Amts für Migration. (Themenbild)

Ein Kosovare wird ausgewisen. Das Bundesgericht bestätigt einen Entscheid des Aargauer Amts für Migration. (Themenbild)

(KEYSTONE/Markus Stuecklin)

Der heute 40-jährige Kosovare kam im Alter von 17 Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz und erhielt hier ab 2003 eine Niederlassungsbewilligung. Inzwischen ist er selber verheiratet und hat zwei Söhne. Bereits im Alter von 19 Jahren geriet der Mann mit dem Gesetz in Konflikt. Anfänglich waren es Strassenverkehrsdelikte und Raufhandel, später Konkursdelikte, Misswirtschaft und erneut Strassenverkehrsdelikte, die ihn vor den Richter führten und ihm harmlose Strafen eintrugen.

Immer schwerere Taten

Im Mai 2014 verurteilte ihn das Bezirksgericht Lenzburg wegen bandenmässigen Diebstahls, Betrugs, Urkundenfälschung und weiteren Delikten zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Im Januar 2015 verknurrte die Staatsanwaltschaft Frauenfeld den Kosovaren wegen Gehilfenschaft zu banden- und gewerbsmässigem Diebstahl und Sachbeschädigung zu einer weiteren Freiheitsstrafe von 5 Monaten. Schon vor dieser letzten Verurteilung war für das Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau klar, dass der Kosovare, der bereits früher einmal ausländerrechtlich verwarnt worden war, unser Land verlassen muss. Das Amt entzog ihm die Niederlassungsbewilligung und ordnete an, dass er nach Verbüssung der Strafe die Schweiz zu verlassen hat.

Grosses Interesse an Wegweisung

Eine dagegen eingereichte Beschwerde des Kosovaren hat das Bundesgericht jetzt abgewiesen. Die Richter in Lausanne befinden in ihrem Urteil, dass das öffentliche Interesse an der Wegweisung angesichts der zahlreichen strafrechtlichen Verurteilungen, die zwar zu Beginn Bagatelldelikte betrafen, dann aber immer schwerer wurden, gross ist. Dass der Mann inzwischen mehr als 20 Jahre in der Schweiz lebt und hier seine Familie hat, ändert nichts daran. Insbesondere der Ehefrau, die ebenfalls aus dem Kosovo stammt, und dem jüngeren Sohn ist es zuzumuten, dem Weggewiesenen in sein Heimatland zu folgen. Sie können aber, da sie eine Niederlassungsbewilligung haben, auch in der Schweiz bleiben.