Italien

Korruptionsaffäre um Italiens Zivilschutzchef zieht weitere Kreise

Der Korruptionsskandal um Zivilschutzchef Guido Bertolaso zieht weite Kreise (Archiv)

Der Korruptionsskandal um Zivilschutzchef Guido Bertolaso zieht weite Kreise (Archiv)

Der Skandal um den italienischen Zivilschutzchef Guido Bertolaso zieht weitere Kreise. Insgesamt 28 Personen sind in den Sog der Ermittlungen geraten, wie die Staatsanwaltschaft von Florenz mitteilte.

Sie ermittelt zu Unregelmässigkeiten bei Bauausschreibungen auf der Insel La Maddalena im Zuge des G-8-Gipfels. Dabei geht es um millionenschwere Bauprojekte, die nie vollendet wurden, weil der G-8-Gipfel nicht auf der Insel, sondern in der vom Erdbeben zerstörten Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila stattfand.

Die Staatsanwälte vernahmen den Bauunternehmer Diego Anemone, der Bertolaso angeblich Prostituierte zugeführt haben soll, um Vorteile bei der Bauvergabe zu bekommen. Vernommen wurden auch der am Mittwoch verhaftete Präsident von Italiens oberstem Rat für öffentliche Bauaufträge, Angelo Balducci, und der Staatsfunktionär Mauro Della Giovampaola.

Der Verdacht gegen sie kam auf, als die Staatsanwälte in Florenz wegen lokaler Korruption ermittelten und dazu viele Telefonate abhören liessen. Ein betroffener Bauunternehmer sprach dabei auch über La Maddalena.

Bertolaso selbst nahm bisher zu den Vorwürfen nicht Stellung, versprach aber, mit der Justiz zusammenarbeiten zu wollen. "Ich vertraue in unsere Justiz", sagte er.

In die Diskussion gerät jetzt auch das immer beliebtere System unter italienischen Politikern, eilige Bauvorhaben und Veranstaltungsvorbereitungen nicht mehr auf dem normalen Wege zu planen. Um Bauprojekte in L'Aquila zügiger durchzusetzen, hatte Berlusconi Bertolaso mit Sondervollmachten ausgestattet.

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