Abstimmungs-Flop
Köppel zu SBI-Niederlage: «Man hat nur darauf gewartet, der SVP eins auszuwischen»

Wundenlecken bei der SVP: Die Partei ist bei den Abstimmungen am Sonntag mit ihrer Selbstbestimmungsinitiative mit 66,2 Prozent Nein-Stimmen böse abgestürzt. Für den Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel ist klar, warum.

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Abfuhr für die SVP: Die Selbstbestimmungsinitiative scheitert kläglich, zwei Drittel der Bevölkerung lehnen den SVP-Vorstoss ab.

Erneut schafft es Parteipräsident Albert Rösti nicht, das Volk zu überzeugen. Ist die Zeit der Volkspartei abgelaufen?

Darüber diskutierten die beiden Nationalräte Adrian Wüthrich (SP) und Roger Köppel (SVP) am Montag in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri.

Für Roger Köppel ist klar, wo der Hund begraben liegt:«Die ganze Berichterstattung ist wieder einmal ein Beweis für die obsessive Beschäftigung des Grossteils der Medien mit der SVP. Man hat ja schon fast darauf gewartet, der SVP jetzt eins auswischen zu können.»

Man habe versucht, die Partei «blöd hinzustellen» und in eine «dumme Ecke zu schieben», dabei sei die Sachlichkeit verloren gegangen.

Adrian Wüthrich sagt dazu: «Ihr habt diese Häme ja gesucht. Das Theater, welches ihr bei dieser Debatte im Nationalrat veranstaltet habt – von Ernsthaftigkeit kann man da nicht mehr reden.»

«Auf den Absender reduziert»

Ist der Grund für das Nein eine verzerrte Darstellung der Selbstbestimmungsinitiative? Ganz und gar nicht für Adrian Wüthrich: «Man muss jetzt nicht so tun, als hätte es das Volk nicht begriffen – es ging nicht darum, die Demokratie zu stärken, sondern umgekehrt.» Genau im Sinne der Demokratie gelte es nun, den Volksentscheid ernst zu nehmen.

Köppel fühlt sich «auf den Absender reduziert», eine «Balkanisierung des Denkens» habe stattgefunden. Will heissen: «Vielleicht hätte diese Initiative mehr Chancen gehabt, wenn sie nicht die SVP eingereicht hätte.» (smo)

Die Sendung TalkTäglich mit Roger Köppel und Adrian Wüthrich in voller Länge: