Dino Nodari

Schauplatz Oberwil-Lieli-Fest. Am Freitag trafen sich Gemeindeammann Andreas Glarner (SVP) und Mats Ammann, der junge Herausforderer um das Ammannamt auf dem Festareal. «Das Gespräch verlief ruhig», erklärt Mats Ammann. Trotzdem habe ihn Andreas Glarner mehrmals beleidigt. «Er fragte mich, was in meiner Erziehung schief- gelaufen sei, und behauptete, ich würde von Aarau aus ferngesteuert.» Glarner bestätigt, dies gesagt zu haben. Gegenüber der AZ Freiamt spricht Andreas Glarner von einem bedenklichen Niveau seines Herausforderers.

Nach dem Gespräch vergnügte sich Ammann auf dem Fest. Er erlebte verschiedene Reaktionen. Einige lobten ihn und sagten ihm ihre Unterstützung zu, andere beleidigten ihn. Am Samstag wurde es jedoch handgreiflich. «Es eskalierte, als ich von einem betrunkenen Glarner-Anhänger angegriffen wurde.»

«Gesicht kam immer näher»

Er sei in einem Festzelt als «Linke Sau» bezeichnet und verbal bedroht worden, erklärt Mats Ammann. Im Fall einer Wahl sei ihm sogar Prügel angedroht worden. Später traf Ammann auf K. D. (Name der Redaktion bekannt), auch der 17-Jährige habe Ammann bedroht. «Dabei kam sein Gesicht immer näher», sagt Mats Ammann. Die Sicherheitsleute seien hinzugekommen und hätten zu schlichten versucht, doch K. D. schlug seinen Kopf gegen den von Mats Ammann. Später habe sich K. D. entschuldigt, aber gleich wieder gedroht. Ob Mats Ammann eine Anzeige machen wird, ist noch nicht klar.

«Mehrere Warnungen»

K. D. war am Montag nicht zu erreichen. «Mein Sohn ist kein Glarner-Fan», sagt seine Mutter. Er sei ein ganz normaler Junge, der nichts mit Politik am Hut habe. Und Mats Ammann habe ihren Sohn zudem auf das Äusserste provoziert. So habe er mehrmals «Fick deine Mutter» und «Du Hurensohn» zu K. D. gesagt. Ihr Sohn habe Mats Ammann daraufhin mehrere Male gewarnt, das sei ihr von verschiedenen umstehenden Personen bestätigt worden und auch, dass Ammann auf Provokation aus war. Ihr Sohn stehe zu dem, was er gemacht habe. Er habe lediglich seine Mutter verteidigen wollen. «Es tut mir leid, dass er ihn für mich geschlagen hat», sagt K. D.s Mutter. «So etwas habe ich nicht gesagt», entgegnet Mats Ammann, im Gegenteil, er habe K. D. sogar aus dem Weg gehen wollen.

Er kenne zwar die Mutter von K. D., weil sie einmal bei ihm gearbeitet habe, doch mit dem jungen Mann habe er nichts zu tun, sagt Andreas Glarner. Er habe die Version gehört, dass Mats Ammann provoziert habe.