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Kontroverse um den Finanzplan

Wird verschwinden: Der heutige Entenweiher im Aarauer Wildpark Roggenhausen. (Bild: Marcel Siegrist)

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Wird verschwinden: Der heutige Entenweiher im Aarauer Wildpark Roggenhausen. (Bild: Marcel Siegrist)

Kampfwahlen, heftiger Disput um den Finanzplan und Wohlwollen gegenüber dem Wildpark Roggenhausen: Die erste gemeinsame Ortsbürger-Gmeind Aarau-Rohr im Kultur- und Kongresshaus hatte es in sich.

Hermann Rauber

Mit Applaus begrüssten die Aarauer Ortsbürger ihre neuen Kollegen aus Rohr, führte man doch mit Blick auf den Zusammenschluss am 1. Januar 2010 erstmals gemeinsam die Gemeindeversammlung durch. Die Zahl der Stimmberechtigten ist auf 1994 gestiegen, anwesend waren am Montagabend 341.

Raum für den Austausch von freundnachbarlichen Gefühlen gab es allerdings kaum. Bereits bei der Bestimmung der neuen Finanzkommission kam es zu einer Kampfwahl, bei der der Rohrer Kandidat Urs Graf auf der Strecke blieb. Das absolute Mehr problemlos schafften Hans-Peter Zubler, Peter Heuberger, Peter Eisenring, Peter Zubler, Edi Boos, Susanna Keller und Christian Oehler (alle Aarau und bisher) sowie neu Franziska Graf und Fredi Hächler, beide aus Rohr.

Kampfwahl der Stimmenzähler

Erstmals seit Menschengedenken kam es in der Ortsbürgergemeinde Aarau auch zu einem Ringen um das Amt des Stimmenzählers. Gewählt wurden schliesslich Brigitta Jurt (bisher, Aarau), Hans Martin Hächler (neu, Rohr) und Hermine Brunner (bisher, Aarau). Die Vierte im Bunde ist die junge Laura Maregrande (Aarau), die sich gleich selber zur Wahl vorschlug und prompt reüssierte.

Das Budget 2010 zeigt laut Peter Heuberger, Präsident der OFK, ein günstiges Bild. Nicht zuletzt dank der «Morgengabe» aus Rohr in der Höhe von 2,25 Millionen Franken können massiv Schulden abgebaut werden. Zum dritten Mal in Folge rechnet die Ortsbürgergemeinde mit einem Ertragsüberschuss von 286 900 Franken. «Waldmässig» sei die Fusion «noch nicht vollzogen», gehört doch Rohr weiterhin zum regionalen Forstbetrieb mit Buchs und Suhr. Nichts wissen wollte eine grosse Mehrheit von einem Antrag auf Streichung jener 210 000 Franken, die der Ersatz der alten Betonbrücke im Summergrien in der Telli kosten soll.

Nicht ganz geräuschlos über die Bühne ging der Kreditantrag von 947 000 Franken für die Erneuerung der Minipig- und Weiheranlage im Wildpark Roggenhausen. Kritisiert wurden die bescheidene Beteiligung der Einwohnergemeinde mit 70 000 Franken oder das Fällen von drei Buchen im Park. Urs Peter Frey pochte auf den Erhalt der (provisorischen) Parkplätze zwischen dem heutigen Ententeich und dem Hirschgehege, was vom Stadtrat versprochen wurde. Am Ende stimmte die Versammlung dem Vorhaben bei 13 Nein und 12 Enthaltungen grossmehrheitlich zu. Gleiches galt für das zweite Begehren aus dem Roggenhausen. Auch der Baukredit von 365 000 Franken für die Optimierung der Selbstbedienung im Restaurant des Wildparks passierte deutlich.

«Reinen Wein einschenken»

Unter dem Traktandum «Verschiedenes und Umfrage» durfte Stadtammann Marcel Guignard von einem «guten Jahrgang» des ortsbürgerlichen Weins aus dem Rebberg in Herznach berichten. «Reinen Wein» forderte hingegen Gustav Werder, der ehemalige Präsident der Finanzkommission. Zum wiederholten Mal bemängelte er die «Geheimnistuerei» um den ortsbürgerlichen Finanzplan, der lediglich Bestandteil der Aktenauflage sei. Werder erhielt Sukkurs durch Lukas Nadig, der den Antrag stellte, den Finanzplan künftig zusammen mit dem Voranschlag an alle Ortsbürgerinnen und Ortsbürger per Post zu verschicken. Der Vorstoss erreichte allerdings keine Mehrheit. Während Gustav Werder die heutige Finanzpolitik mit der Deckung der laufenden Rechnung durch Vermögenswerte als «fragwürdig» oder gar «gesetzeswidrig» apostrophierte, versprach Stadtammann Marcel Guignard, an der nächsten Gmeind im Juni 2010 «mehr Transparenz» zur mittelfristigen Finanzplanung der vereinigten Ortsbürgergemeinde Aarau-Rohr zu schaffen.

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