Schweiz

Konsumentenschutz: Entschädigung durch Kulanztage ist lückenhaft und kompliziert

Nicht alle Pendler profitieren gleichermassen von den Entschädigungen der öV-Branche. (Symbolbild)

Nicht alle Pendler profitieren gleichermassen von den Entschädigungen der öV-Branche. (Symbolbild)

Die Stiftung für Konsumentenschutz ist nur halb zufrieden mit den Entschädigungen für Abo-Besitzer. Kundinnen und Kunden mit Halbtax-Abonnementen oder seven25-Abos gingen leer aus, kritisiert sie.

(gb.) Die öV-Branche hat am Mittwoch mitgeteilt, wie sie ihren Abo-Kunden in der Coronakrise entgegenkommen will. Besitzern von General-, Verbund-, Strecken- und Modul-Abos gewährt sie 15 Kulanztage, die an das Abo angerechnet werden. Im Fall des GA wird der Wert dieser 15 Abo-Tage bei der nächsten Rechnung gutgeschrieben.

Wie der Konsumentschutz in einer Mitteilung schreibt, freue er sich einerseits über die Lösung. Andererseits gingen viele Kunden leer aus, etwa solche mit einem Halbtax-Abo. Auch die seven25-Abos für junge Erwachsene, die relativ teuer seien, seien von Gutschriften oder Entschädigungen ausgeschlossen, heisst es weiter.

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Die Lösung ist nach Wahrnehmung des Konsumentenschutzes nicht nur lückenhaft, sondern auch unnötig kompliziert. Die Gutschrift für das GA im Wert von 15 Abo-Tagen werde beispielsweise nur angerechnet, wenn das GA erneuert wird. Und bei den übrigen Abos gelten die Bestimmungen nur, wenn die Abos bis zum Ende der ausserordentlich Lage – dessen Datum zurzeit noch unbekannt ist – noch gültig sei. Diese Ausnahmeregeln würfen bei den Kunden viele Fragen auf, heisst es in der Mitteilung.

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