Konstruktive Gespräche zum Fluglärm in Bern

Fluglärm: Aargau interveniert in Bern

Fluglärm: Aargau interveniert in Bern

Der Aargauer Baudirektor Peter C. Beyeler war in Sachen Fluglärm bei Bazl-Chef Peter Müller zu Besuch. Es habe «ein gutes, offenes Gespräch» stattgefunden, allerdings dämpfte Beyeler auch gleich zu grosse Hoffnungen: «Wir haben keine Lösung gefunden.»

Der Termin zwischen dem Aargau und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) fand zum richtigen Zeitpunkt statt. Am Tag nach dem Schlussbericht zum Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) reiste der Aargauer Baudirektor Peter C. Beyeler nach Bern. «Das war ein gutes, offenes Gespräch, wir konnten unsere Position darlegen. Der Aargau hat immer zu konstruktiven Lösungen für den Flughafen Zürich beigetragen», sagte Regierungsrat Beyeler am Treffen mit dem neuen Bazl-Direktor Peter Müller.

«Wir haben auch deutlich gemacht, dass eine Doppelbelastung für das Surbtal am frühen Morgen und spät in der Nacht nicht zulässig ist», betont Beyeler. Auch die Änderungen der Parameter mit grösseren Flugzeugen in der Nacht sei thematisiert worden. Zu grosse Hoffnungen dämpfte Beyeler: «Wir haben keine Lösung gefunden.»

Das Bundesamt spricht ebenfalls von «einer konstruktiven, offenen Art» des Treffens. «Es ist uns ein grosses Anliegen, die vom Fluglärm betroffenen Regionen ins Verfahren einzubeziehen», sagt Bazl-Sprecher Daniel Göring. Zum Vorwurf der geänderten Annahmen betont er: «Wir haben die Entwicklung der letzten Jahre berücksichtigt. Es gibt am Abend die Tendenz zu grösseren Maschinen, die auch mehr Lärm verursachen.» Die Planung müsse realitätsnah sein. Erst mit dem Betriebsreglement könne der Flughafen Anreize für lärmarme Flugzeuge schaffen.

Eine scharfe Reaktion kommt von der FDP Aargau, die Bundesrat Moritz Leuenberger offen zum Rücktritt auffordert. Denn er sei als Unterhändler unfähig gewesen, die deutschen Sperrzeiten gegen die Nordanflüge abzuwenden. Mit dem SIL-Prozess verteile er den Fluglärm über die ganze Schweiz, vor allem über den Aargau. Da die FDP schon am Kritisieren ist, listet sie «andere Fehlleistungen» des Verkehrsministers auf. «Auch die Bewilligungsverfahren für Kernanlagen und für die Tiefenlagerung verschleppt Leuenberger seit Jahren willentlich», so die FDP wörtlich. (lü.)

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