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«Konnte nur den Kopf schütteln»: Immunologe Beda Stadler kritisiert Fahrplan-Ausdünnung

Steigt die Ansteckungsgefahr durch die Ausdünnung des Fahrplans?

Steigt die Ansteckungsgefahr durch die Ausdünnung des Fahrplans?

Ab Donnerstag wird der öffentliche Verkehr massiv zurückgefahren. Der Immunologe Beda Stadler kritisiert die Ausdünnung des Fahrplans. Die Gefahr einer Coronnavirus-Ansteckung bei den Pendlerinnen und Pendlern würde sich vergrössern.

Keine Nachtzüge, keine Zusatzzüge zu Stosszeiten, eine Halbierung des öV-Angebots: Die SBB dünnt ihren Fahrplan infolge der Corona-Krise massiv aus. «Die Transportunternehmen müssen sich darauf vorbereiten, dass auch ihre Mitarbeiter zu Krankheitsfällen werden könnten, so versuchen wir ein stabiles Verkehrssystem aufrechtzuerhalten, das nach wie vor das Grundangebot decken kann», sagt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi gegenüber Tele M1.

Auf wenig Verständnis stossen die Pläne der SBB bei Immunologe Beda Stadler: «Ich konnte nur noch den Kopf schütteln.» Als Risikopatient befindet sich der 69-Jährige aktuell in Selbstisolation. Er kritisiert: «Wenn die SBB ihr Angebot reduzieren, hocken alle Menschen nur noch näher aufeinander.»

«Social Distancing» lautet die Devise zu Corona-Zeiten: Auf Abstand gehen zu anderen Menschen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Das sei auch mit einem reduzierten öV-Angebot möglich, ist die SBB überzeugt. «Wir haben bereits jetzt 50 Prozent weniger Passagiere und es werden noch weniger werden», sagt der Mediensprecher. Bereits vor den verschärften Massnahmen des Bundesrats habe die SBB einen Passagier-Rückgang beobachtet.

Der stark reduzierte Fahrplan führt aber auch zu Anschlussproblemen und Verspätungen. Möglicherweise wird so der Freizeitverkehr, von dem der Bundesrat dringend abrät, gänzlich zum Erliegen kommen.

(sam)

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