Grossprojekt Obersiggenthal

Konflikt mit Jugendhaus ist programmiert

Noch wächst das Gras zwischen Nussbaumen und Kirchdorf – nicht mehr lange, deuten die Baugespanne an. (Walter Schwager)

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Noch wächst das Gras zwischen Nussbaumen und Kirchdorf – nicht mehr lange, deuten die Baugespanne an. (Walter Schwager)

Das Hotel des geplanten Grossprojekts Aesch in Obersiggenthal wird sehr nahe beim Jugendhaus liegen. Bei dessen Trägerschaft ist man darum besorgt. Dass mit dem Projekt ein Siedlungstrenngürtel wegfällt, wird ebenfalls kritisiert.

Roman HUber

Das Projekt Aesch löst nicht überall Freude aus. Die Obersiggenthaler SP-Einwohnerrätin Denise Hunziker stellt mit Besorgnis fest, dass mit dem 28-Millionen-Franken-Vorhaben ein weiterer Siedlungstrenngürtel überbaut wird.

Das Siggenthal wächst zusammen

Das Siggenthal ist eines der auffälligsten Gebiete in der Region, was die Bautätigkeit in den vergangenen Jahrzehnten betrifft - wenn es auch vom Limmattal noch übertroffen wird. Mit dem neuerlichen Grossprojekt verschwinde nicht nur Landwirtschaftsland, sondern auch ein Vernetzungskorridor für Tiere und Pflanzen sowie ein weiterer Freiraum in Siedlungsnähe, sagt Denise Hunziker. Sie möchte mit ihrer Anfrage im Einwohnerrat erfahren, wie der Gemeinderat darüber denkt. Hunziker weist auf die beiden historischen Obersiggenthaler Kerne von Nussbaumen und Kirchdorf hin, die zusammenwachsen würden. Damit ginge die urtümliche, charakteristische Struktur verloren, ist sie überzeugt.

Angst um das Jugendhaus

Die Jugendlobby Siggenthal, die im Aesch zwischen Nussbaumen und Kirchdorf das wohl älteste und traditionellste Jugendhaus der Region betreibt, sieht den künftigen Betrieb sogar gefährdet. Als Vizepräsidentin dieser Organisation äussert sich Hunziker auch dazu. Das Grossprojekt kommt unmittelbar neben das Jugendhaus zu stehen, am nächsten wird das Hotel liegen. Darum will Hunziker vom Gemeinderat wissen, wie er mögliche Interessenkonflikte zwischen Überbauung und Jugendhaus beurteilt und ob diesbezüglich überhaupt Gespräche mit der Bauherrschaft geführt worden seien.

Auch die Frage fällt, ob das Jugendnetz, Betreiberin des Jugendhauses, in die Planung einbezogen worden sei. Die Einwohnerrätin will zudem wissen, ob der Einwohnerrat bei Bedarf bereit wäre, Massnahmen für Lärmschutz am Jugendhaus vorzunehmen. Die Jugendlobby befürchtet nämlich, dass die normalen Lärmimmissionen, die ein Jugendhausbetrieb mit sich bringt, sich nicht mit der künftigen Anwohnerschaft und mit den Hotelgästen vereinbaren lassen.

Seit 1972 gibt es im ehemaligen Schützenhaus bereits einen regelmässigen Jugendhausbetrieb. Lange war ein Trägerverein für Betrieb und Gebäude verantwortlich. Mit dem Neukonzept der Jugendarbeit Siggenthal liegt diese Verantwortung bei der Gemeinde. Die Jugendlobby erklärt, dass sie sich für den Fortbestand des Jugendhauses wehren würde, falls dieses durch das Neubauprojekt gefährdet wäre. Diese Haltung erwarte man auch von den politischen Behörden in Obersiggenthal, teilt die Jugendlobby mit.

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