Pate
Konfessionslose dürfen nicht mehr Pate werden

Wer keiner christlichen Konfession angehört, kann im Aargau nicht mehr Taufpate werden. Auch müssen mindestens ein Elternteil und der Täufling bei der Taufe der reformierten Kirche angehören. Dies besagt die neue Kirchenordnung der Reformierten Landeskirche des Kantons Aargau.

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Taufe

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Aargauer Zeitung

Nach drei Jahren intensiver Vorarbeit hat die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau gestern die neue, gesamtrevidierte Kirchenordnung an einem einzigen Sitzungstag durchberaten. Synodepräsident Daniel Hehl führte die 140 anwesenden Synodalen straff durch die Diskussion aller 158 Paragrafen.

Grössere Diskussionen entzündeten sich an den Ausführungen zum «Auftrag der Kirchgemeinden», zu dem die zentralen kirchlichen Feiern und Handlungen wie Gottesdienst, Abendmahl, Taufe und Konfirmation, Trauung und Abdankung gehören. Im Zentrum des Interesses standen Taufe und Abendmahl, die beiden einzigen Sakramente der reformierten Kirche.

Wie gestern berichtet, wollte der Kirchenrat zur Taufe neu regeln, was bisher nicht festgelegt war: Mindestens ein Elternteil und der Täufling sollen bei der Taufe der reformierten Kirche angehören. Die beiden Taufpaten sollen zumindest einer christlichen Konfession angehören, das heisst, sie können z.B. auch katholisch oder orthodox sein. In der Diskussion wiesen einige Pfarrer in der Synode darauf hin, dass ein Kind oft erst mit einem Jahr getauft wird, während Gotte und Götti meistens schon seit der Geburt feststünden.
Die Kirchenordnung unterscheidet das Patenamt mit seiner Ausrichtung auf die Begleitung im christlichen Glauben aber nicht von der gesellschaftlichen Tradition von Gotte oder Götti. Die Synode hielt an der vorgeschlagenen Zugehörigkeit der Paten zu einer christlichen Konfession fest mit dem Hinweis darauf, dass im nächsten Satz ausdrücklich «Ausnahmen aus seelsorgerlichen Gründen möglich sind». Das heisst: Der Pfarrer oder die Pfarrerin kann über Ausnahmen entscheiden. Lutz Fischer-Lamprecht, Synodaler und Co-Präsident des Aargauer Pfarrkapitels, hatte darauf verwiesen, dass gemäss einer internen Umfrage die weitaus meisten Pfarrerinnen und Pfarrer auch Paten akzeptieren würden, die nicht einer Kirche angehören. Ein Antrag, die Möglichkeit von Ausnahmen zu streichen, wurde dann auch ebenso klar verworfen wie der Antrag, die Frage der Konfessionszugehörigkeit ganz zu streichen, weil es ja in erster Linie um den Täufling und nicht um Eltern oder Paten ginge.

Allerdings beschloss die Synode dann doch noch eine Verschärfung der Regelung: Die «Ausnahmen aus seelsorgerlichen Gründen» sollen nur bei den Paten möglich sein und nicht auch bei der Kirchenzugehörigkeit der Eltern. (fw)

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