Kandidatur
Kommts zwischen Gössi und Wasserfallen zum Duell ums FDP-Präsidium?

Die Schwyzer Nationalrätin Petra Gössi überlegt sich, ob sie für das Präsidium der FDP kandidieren will. Ist dies der Fall, ist Christian Wasserfallen ihr wahrscheinlichster Rivale.

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Schwyzer Nationalrätin Petra Gössi

Schwyzer Nationalrätin Petra Gössi

Keystone

Tritt er an als Kandidat für das FDP-Präsidium? Oder kandidiert er als Nachfolger von FDP-Regierungsrat Hans-Jürg Käser im Kanton Bern? «Ich werde mich bis Ende Januar, Anfang Februar entscheiden“, sagt FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen in der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Kandidiert er, gilt er als Favorit. Dabei könnte es zum Duell mit der Schwyzer Nationalrätin Petra Gössi kommen. Auch sie überlegt zurzeit, ob sie kandidiert. «Zuallererst geht es um die Frage: Will ich das oder nicht?» Dabei höre sie sehr stark auf ihr Bauchgefühl. «Sagt es ja, scheue ich die Ausmarchung nicht.»

Die Nationalrätin positioniert sich in der Zeitung «Schweiz am Sonntag» gar als klare Schwyzer Alternative zu Bern. «Die Zentralschweiz ist in wichtigen Ämtern sehr schlecht vertreten», sagt sie. Seit dem Rücktritt der Fraktionschefs Gabi Huber (FDP, UR) und Andy Tschümperlin (SP, SZ) sei die Zentralschweiz in keinem einzigen Amt mehr vertreten. «Das erachte ich für den Raum Zentralschweiz ganz klar als Nachteil», sagt sie.

«Wir verkaufen uns unter Wert, obwohl wir eine starke bürgerliche Politik machen.» Sie hält fest: «Der wirtschaftspolitisch schwache Kanton Bern hingegen ist in Bundesbern sehr stark vertreten. Er stellt zwei Bundesräte, einen Fraktionspräsidenten und mit Albert Rösti nun sogar einen SVP-Präsidenten.»

Was sie nicht sagt, sich aber aus ihren Worten folgern lässt: Einer der Bundesräte, Johann Schneider-Ammann, gehört der Berner FDP an. Auch die höchste Schweizerin, Nationalratspräsidentin Christa Markwalder, ist Mitglied der Berner FDP.

Genauso wie ihr wahrscheinlichster Rivale, Christian Wasserfallen. Oder anders ausgedrückt: Es könnte zum Duell kommen zwischen Gössi aus dem Geberkanton Schwyz und Wasserfallen aus dem Nehmerkanton Bern. 2014 zahlte Schwyz 147 Millionen ein in den Nationalen Finanzausgleich (NFA). Der Kanton Bern erhielt im selben Jahr 1,2 Milliarden aus dem NFA. So viel wie kein anderer Kanton.

Gössi sieht zwei zentrale Fragezeichen im Zusammenhang mit einer Kandidatur. Erstens möchte sie «unbedingt» im Berufsleben bleiben, wie sie sagt. «Ich bin zu jung, um nur zu politisieren.» Und zweitens stellt sich für sie die Frage, ob sie sich dermassen zur öffentlichen Person machen lassen soll, wie dies als Präsidentin gefordert wäre: «Will ich noch ein Privatleben? Oder gebe ich mich voll der Öffentlichkeit preis? Ich weiss noch nicht, ob ich dazu wirklich bereit bin.»

Gössi sagt, dass das Präsidentenamt ihres Erachtens «ein einsames Amt» sei. «Man ist viel alleine unterwegs und bleibt einsam, selbst wenn man in Menschenmassen ist», sagt sie. «Das sind lange Tage. Da muss man sich gut organisieren. Ich würde mich zum Beispiel nicht scheuen, mir über freiwillige pensionierte Helfer einen Chauffeur zu organisieren. Das würde eine enorme Effizienssteigerung ermöglichen.»

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