Tiere

Kommt jetzt das Verbot für «diese unsinnige Knallerei»?

Menschen zuenden Feuerwerk am Sonntag, 1. August 2010 in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

«Jemand muss sich auch für Tiere und Umwelt einsetzen»

Menschen zuenden Feuerwerk am Sonntag, 1. August 2010 in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Eine «akustische Folter» und eine «für Mensch, Tierwelt und Natur gefährliche Knallerei» nennt Grossrat René Kunz das Abbrennen von Feuerwerkskörpern am 1. August. In einem Vorstoss regt der Schweizer Demokrat deshalb ein Verbot von privaten Kleinfeuerwerken an.

Roman Huber

Die Tage rund um den diesjährigen Nationalfeiertag haben bei René Kunz das Fass zum Überlaufen gebracht. «So unsinnig war die Knallerei noch nie», sagt Kunz. Zudem habe es schon vorher und einige Tage nach dem 1.August wiederholt geknallt.

«Viele Menschen und kleine Kinder leiden darunter. Was Haus-, Nutz- und Wildtiere, auch alle Vögel, dabei durchmachen, ist für uns Menschen kaum vorstellbar», sagt der Reinacher Grossrat. Leider müsse er feststellen, dass das Abbrennen von Knallkörpern verstärkt an Neujahr und auch an andern Festen zur Unsitte geworden sei.

Kompetenzen ausschöpfen

Kunz will mit seinem Vorstoss erreichen, dass sich die Regierung damit befasst und dazu äussert. In seiner Interpellation fragt er, ob der Regierungsrat bereit sei, private Kleinfeuerwerke zu verbieten. Falls er dazu nicht bereit wäre, soll der Regierungsrat aufzeigen, wie er den Auswüchsen Einhalt gebieten wolle.

Kunz erachtet es auch als widersprüchlich, dass einerseits immer mehr Umweltvorschriften erlassen würden und andererseits bei den durch Feuerwerke freigesetzten Giftstoffen ein Auge zugedrückt werde.

Gestützt auf das Sprengstoffgesetz haben die Kantone die Kompetenz, den Verkauf bestimmter Feuerwerkskörper zu verbieten. In der Interpellation fragt Kunz den Regierungsrat, ob er dies in Erwägung ziehe.

Mit Tieren aufgewachsen

René Kunz ist in Schöftland mit Tieren aufgewachsen. Heute lebt auch eine Katze in seinem Haushalt. «Wenn es knallt, muss ich sie im ruhigsten Raum einschliessen», sagt er.

Nebst den gesundheitlichen Schäden, die bei Tieren über den Schockzustand hinaus sogar zum Tod führen können, sind für Kunz auch die hochschädlichen Giftstoffe relevant, die beim Abbrennen freigesetzt werden; und er verweist auch auf die Gefährlichkeit von Feuerwerkskörpern.

«Als vom Volk gewählter Politiker muss ich mich auch für Umwelt und Tiere einsetzen», sagt Kunz. Weil sich die Tiere nicht wehren können, müsse es der Mensch für sie tun. Und: «Man kann freudige Feste auch anders feiern als mit Krachern.» Für Kunz ist klar: Ist der Regierungsrat nicht zum Handeln bereit, gibts eine Volksinitiative.

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