In den meisten Kantonen dürfen die Tabakmultis auf Kinoleinwänden für ihre Zigaretten werben.

Das könnte sich in naher Zukunft ändern: Wie «10 vor 10» berichtete, sieht der Entwurf des neuen Tabakproduktegesetzes ein weitreichendes Werbeverbot für Zigaretten in Kinos, Zeitungen und auf Plakaten vor. Damit würde für einige Kinobetreiber eine wichtige Geldquelle wegbrechen.

Die Einnahmen aus Zigarettenwerbung würden, trotz einem in den letzten Jahren bereits stark gesunkenen Werbeumsatz, einen bedeutenden Anteil an den Gesamteinnahmen ausmachen, sagt Christian Wittmer von der Werbevermarkterin Publicitas. «Ich würde heute jedoch ausschliessen, dass der Wegfall von Tabakwerbung zu Schliessungen von Kinos führt.»

Solothurner Kinos trotz Verbot überlebt

Bereits Erfahrungen gemacht mit dem Wegfall von Einnahmen haben die Solothurner Kinos Capitol und Palace.

Als einer von insgesamt vier Kantonen hat der Kanton Solothurn die Tabakwerbung 2007 verboten.

Damals sei ein Standbein weggefallen, sagt Kinobetreiber Heinz von Gunten. «Aber wir haben auch das überlebt.»

Sie hätten versucht, die Werbung aus anderen Branchen zu intensivieren und vermehrt Standwerbungen für das lokale Gewerbe zu zeigen.

Bei der Youcinema AG, die in Brugg, Oftringen und Olten Kinos betreibt, rechnet man zwar mit wegfallenden Einnahmen, fürchtet deswegen aber nicht um die Existenz.

«Schliessen müssen wir deswegen nicht», sagt Roman Ettlin von Youcinema. Vor einigen Jahren seien noch deutlich mehr Zigarettenspots gelaufen.

Verzicht auf Werbung

Nicht alle Kinos würde ein Werbeverbot gleichermassen treffen: So zeigt etwa das Kino Sterk in Baden und Wettingen schon seit einigen Jahren keine Zigarettenwerbungen mehr.

Die meisten Kinos überlassen den Verkauf der Werbeminuten einer externen Firma und werden anteilmässig am Gewinn beteiligt.

Entschieden ist noch nichts, das Tabakproduktegesetz ist derzeit in der Ämterkonsultation und soll im Sommer in die Vernehmlassung gehen. (mbü)