Eric Stauffer, Chef des rechtspopulistischen Mouvement Citoyens Genevois (MCG), hatte am letzten Freitagabend mitten in der Ratssitzung ein Glas Wasser gegen einen Ratskollegen geworfen. Zielscheibe war der FDP-Parlamentarier Pierre Weiss.

Stauffer hatte sich dermassen erhitzt, nachdem ihm Weiss nachgesagt hatte, verurteilt zu sein. Weiss bereitet zurzeit ein Gesetz vor, das allen Personen, die straf- oder zivilrechtlich verurteilt sind, verbietet, in einer kommunalen oder kantonalen Exekutive zu sitzen.

Das Büro des Genfer Grossen Rates zitierte die beiden Streithähne am Dienstagmorgen zu einer Anhörung. Dem Urheber der Wasser-Glas-Attacke brummte es eine Disziplinarstrafe auf, während Weiss wegen seiner Äusserungen eine Rüge erteilt wurde.

Stauffer, der in drei Kommissionen sitzt und Mitglied des Ratsbüros ist, darf als Konsequenz während der nächsten fünf Monate an keinen Kommissionssitzungen mehr teilnehmen und keine Berichte verfassen, wie das Ratsbüro mitteilte. Der MCG-Abgeordnete habe mit seinem unwürdigen Verhalten das Ratsreglement verletzt.

Pikant an der Geschichte: Erst letzten Montag hatte Stauffer angekündigt, dass er als Nachfolger des an diesem Mittwoch zurücktretenden FDP-Baudirektors Mark Muller kandidieren wolle. Muller war über eine Prügelei mit einem Barmann gestolpert.