Schweiz

Kommission will nur biologische Zuckerrüben weiterhin stärker subventionieren

Zuckerrüben anbauen ist «ökologisch eher bedenklich»: Darum will die zuständige Nationalratskommission nur Biobauern stärker unterstützen.

Zuckerrüben anbauen ist «ökologisch eher bedenklich»: Darum will die zuständige Nationalratskommission nur Biobauern stärker unterstützen.

Weil die EU ihre Zuckerproduktion ausgebaut hat, stützt die Schweiz ihre Rübenproduzenten seit zwei Jahren finanziell. Nun macht die zuständige Nationalratskommission Vorschläge, wie diese regularisiert werden kann.

(sat) Wie die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Nationalrats in einem am Freitag veröffentlichten Bericht zum Start einer Vernehmlassung schreibt, soll die Zuckerproduktion in der Schweiz ökologischer werden. Sie schlägt darum mit knapper Mehrheit vor, der aktuelle Einzelkulturbeitrag von 2100 Franken für die konventionelle Produktion soll auf 1500 Franken sinken. Im Gegenzug soll es für biologisch angebaute Zuckerrüben 700 Franken zusätzlich geben. Für solche ohne Fungizid und Herbizig noch 500 Franken zusätzlich.

Eine Minderheit aus Vertretern von SVP und CVP – angeführt von Bauernpräsident Markus Ritter – will derweil an den vorübergehend eingeführten 2100 Franken für alle Rübenproduzenten festhalten. Bei biologischer oder integrierter Produktion soll ein Zusatzbeitrag von 200 Franken pro Hektare und Jahr draufgeschlagen werden. Zudem schlägt die WAK in ihrer Vernehmlassung vor, dass in beiden Fällen der heute lediglich auf Verordnungsstufe geregelte Mindestgrenzschutz von 70 Franken pro Tonne Zucker neu im Landwirtschaftsgesetz verankert werden.

«Ökologischen Umbau» beschleunigen

Hintergrund der Diskussion um die zusätzliche Unterstützung der Schweizer Rübenproduzenten ist die Liberalisierung der Zuckerproduktion in der Europäischen Union vor drei Jahren. Seither ist die EU von einer Nettoimporteurin zur Zucker-Exporteurin geworden. Und wegen der Frankenstärke geriet der Schweizer Zucker zusätzlich unter Druck. Als Reaktion darauf hat der Bundesrat 2018 die Einzelkulturbeiträge pro Hektare von 300 auf 2100 Franken angehoben.

Diese befristete Massnahme läuft jedoch 2021 aus. Aufgrund eines Vorstosses des ehemaligen Bauerndirektors und Nationalrats Jacques Bourgeois (FDP/FR) hat die zuständige Kommission eine Lösung erarbeitet und schickt diese nun bei interessierten Kreisen in die Vernehmlassung. Ziel der Mehrheitsvariante sei es, so die WAK in ihrem Bericht, damit den «ökologischen Umbau der Landwirtschaft» zu beschleunigen. Denn gerade der Anbau von Zuckerrüben sei im Hinblick auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln «ökologisch eher bedenklich».

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